Glossar Ästhetik


Liest man als Laie medizinische Texte, sind diese aufgrund des verwendeten Fachvokabulars oft schwer zu verstehen. Lexika, die diese Fachbegriffe erläutern, geben Informationssuchenden Hilfestellung, um die Texte allumfassend verstehen zu können. Dieses medizinische Lexikon erläutert Fachvokabular rund um Themen der platisch-ästhetischen Chirurgie (z.B. zum Thema Brustkorrektur).


  • Anatomische Implantate: Auch tropfenförmige Brustimplantate genannt. Sie passen sich der vom Körper gegebenen Form besser an und sehen natürlicher aus als runde Implantate.

  • Axillär: Bei einer Brustvergrößerung wird zum Einsetzen der Implantate der Zugang über die Achsel gewählt.

  • Benelli-Methode: Bei dieser Schnitt-Technik für Brustverkleinerungen und –straffungen wird ein kreisrunder Schnitt um die Brustwarze gemacht. Diese Schnitttechnik eignet sich nur bei mäßigen Eingriffen und Volumenreduktionen.

  • Bottoming-Out: Beim Bottoming-Out Syndrom rutscht die Brustimplantate nach unten während das Eigengewebe oben verbleibt. Die untere Brusthälfte wirkt deswegen im Verhältnis recht groß und die Brustwarze zu weit oben.

  • Brustaufbau: Nach einer Brustkrebserkrankung und einer vollständigen bzw. anteiligen Mastektomie wünschen sich viele Frauen einen Wiederaufbau ihrer Brust. Dies kann ihnen mittels Implantaten oder Eigengewebe ermöglicht werden. Während bei der Rekonstruktion durch Eigengewebe Gewebelappen verpflanzt werden, wird beim Aufbau durch Implantate erst durch den Expander das Brustgewebe geweitet bevor ein Implantat eingesetzt wird. Mehr zum Thema Brustaufbau

  • Deflation: Kochsalzimplantate können sich kurz oder einige Zeit nach der OP hinsichtlich ihrer Form und Größe deutlich verändern. Dies kann u.a. aus Beschädigungen am Implantat oder extremen Quetschungen der Brust resultieren.

  • DIEP-Flap: Der DIEP-Flap ist eine Weiterentwicklung des TRAM-Flap und gilt aktuell als Goldstandard des Brustaufbaus. Der Bauchmuskel wird bei dieser Methode nicht entfernt, sondern nur gespalten.

  • Double-Bubble: Wurde das Brustimplantat unter dem Muskel platziert, kann es vorkommen, dass der Muskel es zu weit oben hält und sich das Eigengewebe darüber legt. In manchen Fällen wird die Brust dadurch wellig oder wirkt wie eine Doppelbrust, eine Double Bubble.

  • Eigenfett: Eigenfett kann nicht nur verwendet werden, um Falten zu unterspritzen, sondern auch um das Volumen der Brust zu steigern. Dabei wird einer anderen Körperstelle fett entnommen und dieses Fett in die Brust injiziert. Ein gemäßigter Volumenaufbau der Brust ist dadurch möglich, das Ausmaß der Vergrößerung aber erst nach 3 Monaten sichtbar. Mehr über Brustvergrößerungen mit Eigenfett

  • Eigengewebe: Die Brust kann infolge einer Brustkrebserkrankung sowohl mithilfe einer Prothese (Brustimplantat) als auch durch Eigengewebe wieder aufgebaut werden. Dafür wird einer anderen Körperstelle Gewebe entnommen und für den Brustaufbau genutzt.

  • Epipektoral: Bei dieser Positionierung des Implantats wird es auf dem Brustmuskel direkt unter der Brustdrüse platziert. Die Gefahr einer Kapselfibrose ist bei diesem Vorgehen größer, die Schmerzen fallen jedoch geringer aus als bei einer subpektoralen Positionierung.

  • I-GAP: Siehe auch S-GAP. Diese Methode zum Brustaufbau gleicht dem DIEP-Flap. Der Gesäßregion wird dafür Gewebe entnommen und ein ovaler Lappen in die Brust verpflanzt.

  • Implantatuptur: Ein Implantat wird von einer Kapsel aus Bindegewebe umgeben, in die das Silikongel läuft, wenn das Implantat Risse hat. Wenn es sich um geringe Mengen Silikon handelt, muss dies nicht unbedingt eine Folgeoperationen bedeuten. Gelangen aufgrund von Rissen allerdings größere Mengen Silikon in den Körper, muss in jedem Fall sowohl aus medizinischen als auch aus ästhetischen Gründen erneut operiert und die Implantate ersetzt werden.

  • Inframmamär: Bei einer Brustvergrößerung wird zum Einsetzen der Implantate der Zugang durch die Falte unterhalb der Brust gewählt.

  • Kapselfibrose: Eine Kapselfibrose entwickelt sich als Spätfolge einer Brustvergrößerung mit Implantaten bei ca. 5% aller Patienten. Während das Bindegewebe, das sich um etwas Körper fremdes legt, weich ist, entstehen bei einer Kapselfibrose Verhärtungen und Verdickungen, die Schmerzen hervorrufen. Das Implantat kann sich verschieben und sich die Brust verformen.

  • Kielbrust: Fehlbildung der Brust, das sich durch ein übermäßiges Wachstum des Knorpels an den Rippen feststellen lässt. Bei dieser Verformung des Brustkorbs ragt dieser hervor und verformt das Äußere der Brust.

  • Kochsalzimplantate: Ein Fünftel aller Frauen, die sich Brustimplantate einsetzen lassen, entscheiden sich laut einer Statistik der ASAPS im Jahr 2014 für die Alternative mit Kochsalz. Im Gegensatz zu Silikonimplantaten werden sie erst nach dem Einsetzen in die Brust mit Kochsalz befüllt, was einen weniger invasiven Eingriff ermöglicht.

  • Latissimus dorsi: Der Latissimus dorsi ist eine häufig verwendete Methode zum Brustaufbau. Dabei wird Muskel- und Fettgewebe aus dem großen Rückenmuskel entfernt und dadurch ein kleiner bis mittlerer Volumenaufbau der Brust erreicht.

  • Lejour: Diese Schnitttechnik wird bei Brustverkleinerungen und –straffungen angewandt und erfolgt rund um den Warzenhof, führt dann senkrecht nach unten und ist technisch anspruchsvoll.

  • L-Technik: Ähnelt der T-Technik. Die L-Schnitttechnik eignet sich für umfangreichere Brustkorrekturen (Straffungen und Verkleinerungen) und verläuft kreisrund um den Brustwarzenhof, vertikal nach unten und einseitig in die Brustumschlagfalte.

  • Mammaaugmentation: Zur Vergrößerung der Brust können Implantate aus Silikon oder Kochsalz sowie Eigenfett verwendet werden. Bei einer Brustvergrößerung wird ein kleiner Schnitt an der Brust platziert, um das Implantat einzusetzen (inframammär, axillär, periareolar). Welche dieser Techniken anzuwenden ist und welche Implantatform- und größe empfehlenswert ist, hängt von den jeweiligen Voraussetzungen der Patientin ab. Alles über Brustvergrößerungen

  • Mammareduktion: Leidet eine Frau unter einer zu großen Brust, kann ihr durch eine Brustverkleinerung geholfen werden. Dafür wird ihr überschüssiges Fett- und Drüsengewebe entnommen und die Brustwarze, wie bei der Bruststraffung, nach oben versetzt. Die Brust wird im Zuge der Verkleinerung darüber hinaus neu geformt. Alles zum Thema Brustverkleinerung

  • Mastektomie: Brustamputation, oftmals aufgrund einer Brustkrebserkrankung. Neben einer kompletten Entfernung der Brust ist auch eine partielle Mastektomie aufgrund der Entnahme eines Tumors möglich. Dieser Eingriff wird auch als Quadrantektomie bezeichnet. Zudem wird bei manchen Patientinnen, die als Trägerinnen der BRCA-1- oder BRCA-2-Mutation, präventiv die Brust abgenommen (prophylaktische Mastektomie).

  • Mastopexie: Bei einer Bruststraffung wird die Brust wieder in eine straffe, schöne Form gebracht. Dafür wird überschüssige Haut entfernt und das erschlaffte Gewebe neu modelliert. Die verbleibende Haut wird zusammengezogen und die Brustwarze entsprechend höher platziert. Mehr erfahren über Bruststraffungen

  • Periareolar: Bei einer Brustvergrößerung wird zum Einsetzen der Implantate der Zugang über die Brustwarze gewählt.

  • Polythelie: Zusätzliche Brustwarzen.

  • Mastektomie erfolgt innerhalb einer Operation. Nach der Amputation wird direkt die neue Brust aufgebaut.

  • Rippling: Beim Rippling schlagen die Brustimplantate Falten oder ihre Oberfläche wellt sich. Vor allem bei Frauen mit wenig Eigengewebe kann diese Komplikation fühl- bzw. sichtbar werden.

  • Runde Implantate: Halbkugelförmige Implantate, die besonders voll erscheinen. Diese Implantate haben eine Art „Push Up“-Effekt und sehen im Vergleich zu anatomischen Implantaten entsprechend unnatürlicher aus.

  • Sekundärrekonstruktion: Für Patientinnen, an deren Mastektomie eine Chemotherapie oder Bestrahlung anschließt, eignet sich keine Primärrekonstruktion. Da sie die Brustrekonstruktion erst zu einem späteren Zeitpunkt durchführen lassen können, wird diese Form des Brustaufbaus Sekundärrekonstruktion genannt.

  • S-GAP: Siehe auch I-GAP. Der DIEP-Flap ähnelt dieser Methode und wird somit ebenfalls zum Brustaufbau verwendet. Beim S-GAP wird ein ovaler Gewebelappen dem Gesäß entnommen und zum Aufbau des Brustvolumens genutzt.

  • Silikonimplantate: 1962 zum ersten Mal in den USA eingesetzt, sind Silikonimplantate heutzutage der Standard bei Brustvergrößerungen. Durch zahlreiche Weiterentwicklungen sind die Implantate immer sicherer und natürlicher geworden. Ob sich die Brust nach einer Operation fester oder weicher anfühlt, hängt davon ab, wie dickflüssig (Kohäsivitätsstufe) das ausgewählte Silikon ist. Alles Wissenswerte über Silikonimplantate

  • Subpektoral: Bei dieser Variante wird das Brustimplantat hinter dem Brustmuskel platziert, nachdem dieser zuvor vom Brustkorb gelöst wurde. Diese Methode liefert das natürlichere Ergebnis, kann aber schmerzhafter sein.

  • Symmastie: Eine Symmastie ist oft angeboren, kann aber in sehr seltenen Fällen auch infolge einer Brustvergrößerung auftreten. Die Brustimplantate nähern sich einander an oder berühren sich an der Mittellinie sogar. Die Brust kann so ggf. wie eins wirken.

  • TMG-Flap: Mit dieser Methode kann durch Entnahme einer Hautsichel samt Muskelgewebe am inneren Oberschenkel ein Brustaufbau kleineren Ausmaßes erfolgen.

  • TRAM-Flap: Der TRAM-Flap war einst der Standard zum Brustaufbau nach einer Rekonstruktion, wird heutzutage aber seltener angewandt. Es wird ein quer verlaufender Gewebeblock aus der Bauchdecke entfernt und verpflanzt. Da dabei auch Muskelgewebe entnommen wird, besteht das Risiko eines Bauchdeckenbruchs.

  • T-Technik: Dieser Schnitt eignet sich für umfangreichere Brustkorrekturen (Bruststraffungen- und Verkleinerungen) und verläuft kreisrund um den Brustwarzenhof, vertikal nach unten und beidseitig in die Brustumschlagfalte. Damit ähnelt die Technik dem L-Schnitt.

  • Trichterbrust: Verformung des Brustkorbs. Die Knorpelanteile der Rippen sind eingesunken. Gegenteil zur Kielbrust. Diese Fehlbildung ist bereits im Jugendalter festzustellen, aber nur durch einen Burstaufbau behandelbar.

  • Tubuläre Brust: Brustdeformität. Auch „Schlauchbrust“ genannt, da die Brust in diesem Fall eine sehr schmale Basis hat.

  • Wasserfall Deformierung: Bei schlaffem Brustgewebe tritt diese Sonderform der Dislokation häufiger auf. Das liegt in der Regel daran, dass das Implantat nicht richtig in seiner Gewebetasche fixiert ist und sich das bedeckende Gewebe nach unten bewegt.