Schöne Schuhe um jeden Preis -
Die Cinderella-Op

Cinderella

Hätten Sie gedacht, dass ein Märchen einmal tatsächlich Wirklichkeit werden könnte? Seit einiger Zeit lassen immer mehr Frauen, insbesondere in den USA, die sogenannte Cinderella-Op durchführen, um besser in ihre heißgeliebten High Heels zu passen. Ein fragwürdiger Trend, dem wir nachgehen mussten.

Wer kennt es nicht, das Märchen vom Aschenputtel. Als der Prinz nach der Einen sucht, die in den gläsernen Schuh passt, schneiden sich die bösen Stiefschwestern ihre Füße zurecht, um die Frau des Prinzen zu werden. „Verrückt“ würde so mancher sagen, doch wie es scheint, ist diese extreme Form der Fußkorrektur heutzutage gar nicht mehr so fern der Realität. In den vergangenen Jahren wurde die Methode der Fußchirurgie, die einem zierliche Cinderella-Füße ermöglicht, immer beliebter. Aber woher kommt das Bedürfnis nach einer Schönheitsoperation der Füße?

Schöne Füße in schönen Schuhen

Wir Frauen lieben schöne Schuhe, besonders die schicken High Heels, die unsere Beine ein bisschen länger und uns graziler wirken lassen. Allerdings sind die meisten schönen Pumps und vor allem High Heels leider auf Dauer unbequem. Es zwickt, es drückt und am liebsten würde man nach einigen gelaufenen Metern zu bequemen Sneakern wechseln. Es heißt zwar „Wer schön sein will, muss leiden“, jedoch gibt es auch hier eine Schmerzgrenze. Und so entscheidet sich eine stetig wachsende Zahl an Frauen, sich lieber unter das Messer legen zu lassen, als bei jedem Schritt Schmerzen zu verspüren geschweige denn auf ihre hübschen Schuhe zu verzichten.

Die Modelle beliebter Designer wie Christian Louboutin oder Manolo Blanik werden immer höher und schmaler, da ist es kein Wunder, dass immer weniger Frauen mit „normalen“ Füßen hinein passen. Solche Trendschuhe sind der Grund, weshalb die Operationszahlen besonders in den Staaten in die Höhe schießen. „Es ist unvergleichlich, jemandem einen Schrank voller Schuhe zu öffnen, der ihm über Jahre versperrt war“, erklärt der New Yorker Fußspezialist Neal Blitz.

Medizinische Notwendigkeit
vs.
skurrile Erscheinung der Modewelt

Doch wo liegen die Entscheidungsgründe für eine solche Operation? Frauen, die sich aus Modegründen seit Jahren in zu schmale Schuhe zwängen, leiden häufig unter dem sogenannten Hallux Valgus, einer Deformierung des Großzehenballens. Diese kommt daher, dass die engen High Heels großen Druck auf die Füße ausüben und somit eine immer stärker werdende Fehlstellung verursachen. Der große Zeh wird dabei stetig in Richtung der übrigen Zehen gedrückt und der Ballen tritt am Fußinnenrand stark hervor. Nicht selten hat diese Verformung gleichzeitig Krallenzehen zur Folge, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sich die Zehen in der Mitte aufgrund zu enger oder zu kurzer Schuhspitzen nach oben beugen. Faktoren, die zu solchen Fehlstellungen führen, sind zwar teilweise erblich bedingt, werden jedoch durch die Absatzhöhe (je höher, desto größer der Druck auf den Vorderfußbereich) und die Enge sowie Kürze der Schuhspitzen negativ beeinflusst. In schmerzhaften Fällen ist eine korrigierende Operation des Vorderfußes durchaus sinnvoll, da ein normales Auftreten als auch Gehen häufig nicht mehr möglich ist. Dies kann wiederum Auswirkungen auf die Wirbelsäule haben und somit zu Rückenschmerzen führen.

Auf der anderen Seite gibt es auch Damen, die sich im Vorfelde für eine Fußverschmälerung entscheiden - einerseits um der Verformung vorzubeugen, andererseits um, ganz simpel gesagt, den Fuß an den Lieblingsschuh anzupassen. Sich jedoch die Füße verschmälern oder verkürzen zu lassen, nur um in angesagten Designer-Stilettos laufen zu können, sollte mehr gut überlegt sein.

Keine Operation ist unbedenklich

Auch wenn es im ersten Moment nach keinem großen Schritt klingt, sich die Zehen begradigen zu lassen, ist vor allem zu bedenken, dass mit jedem chirurgischen Eingriff auch immer Schmerzen und Risiken verbunden sind. Nicht nur aufgrund der Narkose. Schließlich ist das Auseinandersägen und Neu-Zusammensetzen von Knochen keine Kleinigkeit. Nach der durchgeführten Operation ist der Aufwand jedoch nicht vorbei, denn zur Stabilisierung muss die Patientin für ungefähr vier bis sechs Wochen spezielle Verbandsschuhe mit fester Sohle tragen. Außerdem kommt man um eine regelmäßige Krankengymnastik nicht drum herum. Darüberhinaus ist nicht gesagt, dass man nach der Cinderella-Op sein Leben lang glücklich auf hohen Schuhen unterwegs ist. Es bestehen durchaus Risiken, beispielsweise dass man danach überhaupt nicht mehr auf Absatzschuhen laufen kann oder auch dass sich der Fuß im Laufe der Zeit wieder verformt – insbesondere wenn man weiterhin Schuhe trägt, die nicht zur Fußform passen.

Wer eine schmerzhafte Fußfehlstellung hat, der kann durch eine operative Verschmälerung wieder mehr Lebensqualität gewinnen. Jenen, die sich nur aufgrund einer Modeerscheinung operieren lassen wollen, möchten wir jedoch davon abraten. Es kann schon helfen, die Heels eine Nummer größer zu kaufen und Geleinlagen zu nutzen – so werden gequetschte Zehen vermieden und die Füße können deutlich mehr entspannen. Das Gesündeste für unsere Füße sind jedoch flache Schuhe – und die gibt es ja ebenfalls in schönen Farben und Formen.

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