Die Frage der Diensttauglichkeit -
Augenlasern als Polizist, Pilot oder Bundeswehrsoldat

Diensttauglichkeit

80% der Wahrnehmung geschieht über den Sehsinn, deswegen ist eine uneingeschränkte Sehkraft für eine funktionierende Orientierung so wichtig. Fast zwei Drittel der Deutschen sind auf Sehhilfen angewiesen, um ihre Fehlsichtigkeit auszugleichen. Brille und Kontaktlinsen können jedoch im Alltag unpraktisch werden und insbesondere für einige Berufsgruppen sind sie sehr einschränkend. Doch kann man sich als Polizist oder auch Pilot die Augen lasern lassen?

Bis vor einigen Jahren war eine Fehlsichtigkeit noch ein Ausschlusskriterium für den Dienst bei der Polizei. Dieses Strikte Prinzip wurde zwar aufgehoben, dennoch gelten bestimmte Mindestanforderungen an die Sehkraft - im Speziellen ohne Sehhilfe. Aber auch für andere Berufsgruppen liegen gesetzliche Richtlinien zur Leistungsfähigkeit der Augen vor. Hierzu zählen unter anderem Feuerwehrmänner, Berufskraftfahrer sowie Piloten oder auch Bundeswehrsoldaten. Ein gutes Sehvermögen ist in diesen Berufen ausschlaggebend für eine erfolgreiche Ausführung des Jobs. Schließlich geht es hier um den Schutz abhängiger Dritter.

Sehhilfen im Einsatz

Grundsätzlich gilt zwar, dass im Dienst zu Sehhilfen gegriffen werden darf, diese sind jedoch in verschiedenen Situationen einfach unpraktisch bzw. können auch durchaus gefährlich werden. Beispielsweise sind Brillen bei Außeneinsätzen den Witterungsbedingungen ausgesetzt und können durch beispielsweise Schnee und Regen eher zu einer Sehbeeinträchtigung führen genauso wie durch den Wechsel vom Kalten in warme Räume. Darüber hinaus kann das Gestell in hektischen Situationen verrutschen oder bei Gefechten zu Bruch gehen und Gesicht oder Augen verletzen. Kontaktlinsen sind vor solchen Einflüssen zwar sicher, allerdings sind auch sie nicht für jeden Einsatz geeignet. Exemplarisch dürfen sie nicht von Polizisten getragen werden, da sie bei einer eventuellen Verwendung von Reizgas zu gefährlich für die Augen sind (da Reizgas tritt durch die Tränenflüssigkeit hinter die Linse und beschädigt das Auge). Außerdem bedürfen sie einer regelmäßigen Pflege, die in längeren Einsätzen nicht gewährleistet ist. Auch bei Langstreckenflügen können sie über die Zeit hinweg unbequem werden und das Bedienen des Cockpits

Die Vorteile einer Laserbehandlung liegen demnach auf der Hand. Zunächst muss jedoch augenärztlich abgeklärt werden, ob und für welche Lasermethode die Augen geeignet sind. Des Weiteren gibt es explizite Bestimmungen, nach denen die Sehkraft präoperativ bestimmte Werte nicht überschreiten darf. Hier eine kleine Übersicht:

  • Polizeidienst sowie Feuerwehr: Visus ohne Korrektur RA 0.5 LA 0.5 (bis zum 20. Lebensjahr) Visus sc (ohne Korrektur) RA 0.3 LA 0.3 (ab dem 20. Lebensjahr) Refraktionswert -5.0 bis +3.0

  • Bundeswehr: Für T1 - Visus sc (ohne Korrektur) RA 1.0 LA 1.0 für T2: Visus cc (mit Korrektur) auf dem besseren Auge 0.63 und am schlechteren Auge 0.2
    Refraktionswert keine Angabe

  • Pilot: Berufspilot Klasse 1: Visus sc (ohne Korrektur) oder cc (mit Korrektur) mindestens: monokular je 0.7; binok. 1.0;
    Privatpilot Kl. 2: monokular je 0.5; binokular 1.0. präoperative Refraktionswerte nicht mehr als +5.0 bzw. -6.0 dpt (Berufspilot); +5.0 / -8.0 dpt (Privatpilot)

  • Bundeswehr: T1: Visus s.c. ohne Korrektur mind. 1,0 (100% des Altersdurchschnitts auf beiden Augen) T2: Visus c.c. mit Korrektur mind. 0,63 (stärkeres Auge) und 0,2 (schwächeres Auge) T2: Refraktionsfehler maximal ± 8.0 dpt (sphärisch) und - 5.0 (zylindrisch) Hornhautdicke nach dem Augenlasern mind. 420 µm

Zur Korrektur von einfachen Fehlsichtigkeiten, eignet sich einerseits die Femto-LASIK – diese hat einen Behandlungsspielraum von -8 bis +3 Dioptrien. Andererseits ist speziell für Einzelkämpfer oder Fernaufklärer der Bundeswehr eher die PRK oder LASEK Methode (zwischen -10 und +3 Dioptrien) geeignet. Dies liegt daran, dass bei dieser Behandlungsmethode die Hornhaut nicht mit einem Flap versehen wird. Auf diese Weise wird die Unempfindlichkeit des Auges weniger beeinflusst.

Eine Diensttauglichkeit wird also durch eine erfolgreich durchgeführte Laserbehandlung nicht negativ beeinflusst. Generell ist für diese Berufsgruppen festzuhalten, dass im Schnitt 12 Monate vor der Diensttauglichkeitsprüfung keine refraktive Chirurgie durchgeführt worden sein darf. Dies ist nötig, damit eine dauerhafte Stabilität der Augenkorrektur belegt werden kann. Diese Fristen können aber insbesondere für die Polizei von Bundesland zu Bundesland variieren. Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, ist dass manche Bundesländer nur bestimmte Laser-Methoden für ihre „Bediensteten“ zulassen. Aus diesem Grund sollte vorher der jeweilige Einstellungsberater der Landespolizei kontaktiert werden.

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