Dr. Dirk Cichon im Experteninterview

Dr. cichon

Kurzprofil

Herr Dr. med. Dirk Cichon ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Nach seinem Medizinstudium und zahlreichen Hospitationen bei namenhaften Chirurgen in Deutschland, Brasilien und Hawaii begann er seine Facharztausbildung. Bereits im dritten Jahr seiner Facharztweiterbildung gründete und organisierte er die bekannte plastische Assistentenwoche in Maria Alm, die seit 14 Jahren besteht und zu den wichtigsten Weiterbildungen außerhalb der Klinik zählt. Dr. Cichon hat sich auf ästhetische Gesichtsoperationen, ästhetische Brustoperationen, Behandlungen des Fettapparates, Straffungen der Oberarme und Oberschenkel sowie Botox- und Hyaluronsäurebehandlungen spezialisiert. Seit 2009 betreibt er mit seiner Frau Dr. med. K. Cichon die Praxis aestheticals, zunächst in Witten und nun in Herne.

"Es ist wichtig, dass der Patient glücklich ist und nach der Behandlung denkt: „Das bin ich.“"

Im Gespräch mit KlinikumPlus

KlinikumPlus: Sie hatten in Ihrer Zeit als Assistenzarzt auch in den Bereichen der Allgemein- und Unfallchirurgie sowie der Herz- und Thoraxchirurgie Einblicke gesammelt. Warum haben Sie sich letztlich auf die Plastische und Ästhetische Chirurgie spezialisiert? Was reizt Sie besonders an diesem Feld der Chirurgie?

Dr. Cichon: Ich wollte schon immer in der plastischen Chirurgie arbeiten. Ich habe mich zunächst dafür entschieden in der Allgemein- und Unfallchirurgie sowie der Herz- und Thoraxchirurgie zu arbeiten, um die Grundlagen für die plastische Chirurgie anständig zu erlernen. Dabei habe ich viel über die Hygiene, mögliche Komplikationen und die Grenzen meines Fachgebietes gelernt. In der Herz- und Thoraxchirurgie war ich vor allem zur Erlernung der Intensivmedizin.

Was mich besonders an der ästhetischen Chirurgie reizt? Es gibt einen schönen alten Spruch von dem ehemaligen Präsidenten der plastischen Chirurgen: „Die plastischen Chirurgen sind die letzten Allgemeinchirurgen.“ Das finde ich auch. Denn die plastischen Chirurgen arbeiten mit fast allen Geweben mit Ausnahme der Organe, das reicht von der Haut, über das Fett, die Faszien, die Sehnen, die Nerven und die Knochen. Das finde ich toll, weil man für Alles was kommt die passende Lösungen bereithält. Denn die Definition der plastischen Chirurgie lautet ja: „Erhalt und Wiederherstellung der Funktion und Gestalt der Oberfläche.“ Damit sind wir plastischen Chirurgen mit einer Aufgabe gesegnet, die für die meisten Patienten einen Vorteil bedeuten, denn sie kommen mit einem großen Problem und gehen mit einer Lösung.

KlinikumPlus: Sie haben eine beeindruckende Liste an Hospitationen aufzuweisen. Können Sie von Ihrer Hospitation bei Prof. Dr. Ivo Pitanguy berichten? Inwiefern hat Sie diese Hospitation hinsichtlich Ihres weiteren Werdegangs beeinflusst?

Dr. Cichon: Ich habe gelernt, dass man von den Guten lernen muss. Darum habe ich eine sehr umfangreiche Hospitationsliste. Die Zeit bei Prof. Dr. Ivo Pitanguy hat mich sehr geprägt. Sein Scheiden vor kurzer Zeit hat uns Plastische Chirurgen sehr getroffen. Er war ein beeindruckender Mensch, sowohl fachlich als auch persönlich. Man konnte ihm jede Frage stellen, da er sich niemals in Frage gestellt fühlte. Ich war leider nur zwei Wochen bei ihm. Dennoch habe ich sehr viel über die plastische Chirurgie gelernt. In Brasilien war er wahnsinnig bekannt und ein Nationalheld, weil er seine Ausbildungsassistenten in die großen Krankenhäuser geschickt hat, um dort kostenlos zu operieren. Das wäre in Deutschland ausgeschlossen, da wir hier nicht operieren dürfen, ohne zu berechnen – sonst sprechen wir hierzulande von Abrechnungsbetrug. An Prof. Dr. Ivo Pitanguy hat mich tief beeindruckt, wie er mit seinen Patienten und Angestellten umging. Auch seine Fachkenntnisse und seine Schule waren einzigartig. Ich bemühe mich mit meinen Patienten Klartext zu sprechen, das heißt ich schaue mir an was sie mitbringen und sage Ihnen ehrlich welche Leistung ich Ihnen anbieten kann. Ganz beliebtes Beispiel bei den Brustpatientinnen: Eine Patientin hat 5 Kinder gestillt und ihre Brust hängt ähnlich wie ein langer Lappen. Dann glauben viele Patientinnen sie könnten diese schlaffe Brust mit einem riesigen Implantat wieder straffen. Das kann bei dieser Ausgangssituation nicht funktionieren, da die Haut zu dünn ist, um ein solches Gewicht zu halten. Leider gehen dann einige Patientinnen zu anderen Chirurgen, die ihnen Anderes versprechen. Oftmals kommen die Patienten später wieder und sagen mir, dass ich Recht hatte und was ich nun tun könne. Das ist dann sehr schade. Ich wünsche mir daher eine ehrliche Beratung, auch von anderen Kollegen.

KlinikumPlus: Welche Behandlungen führen Sie am häufigsten durch und von welchen Faktoren hängt der Erfolg eines ästhetischen Eingriffs aus Ihrer Sicht ab? Was ist für Sie ein „Behandlungserfolg“?

Dr. Cichon: Am häufigsten führe ich die Brustvergrößerung in örtlicher Betäubung durch. Dabei operiere ich die meisten Patienten unter örtlicher Betäubung und nur sehr wenige Patienten in Vollnarkose. Aus chirurgischer Sicht ist ein Behandlungserfolg eine Behandlung ohne Komplikation. In meinen Augen ist eine Behandlung erfolgreich, wenn der Patient lange profitiert und zufrieden ist. Es ist wichtig, dass der Patient glücklich ist und denkt: „Das bin ich.“ Vor allem Patientinnen, die sich für eine Brustvergrößerung interessieren, entscheiden sich durch ihre Mangelsituation meist für eine viel zu große Brust. Aber mehr ist nicht besser, denn auf die richtige Brust kommt es an. Meine Frau, mit der ich die Praxis gemeinsam betreibe, ist Japanerin. In Japan gibt es das Wort Brustvergrößerung nicht. Das Wort „groß“ taucht dort nicht im Zusammenhang mit der Brust auf. Die Übersetzung lautet vielmehr: Die richtige und zum Körper passende Brust. Es geht also um die reichlich vorhandene Brust und nicht die Überladene. Das schönste Kompliment ist für mich und meine Frau, wenn der Patient nach der OP sagt: „Das passt zu mir und das ist schön“. Das ist dann ein richtiger Behandlungserfolg. Auch bei der Fettabsaugung denken viele Patienten, je mehr Fett abgesaugt wird, desto besser. Sauge ich aber zu viel Fett ab, bekommt der Patient Dellen oder eine Kante. Wir wollen auf keinen Fall, dass ein Patient seine natürlichen Rundungen verliert. Hat eine Patientin beispielsweise eine Reiterhüfte, schaue ich mir die Patientin von der Achsel bis zur Taille, der Hüfte und dem Knie an. Dort zeichnet sich eine S-Form ab und an diesem S ist an der Stelle der Reiterhüfte eine Beule. Nach der Behandlung muss diese Linie wieder ein harmonisches S ergeben und nicht oben einen Schwung und in Höhe der Hüfte eine gerade Linie und unten wieder einen Schwung. Das verstehen viele Patienten erst, wenn man sie darauf hinweist.

KlinikumPlus: Welche Rolle spielt das Beratungsgespräch zwischen Interessentin/Interessent und dem behandelnden Mediziner im gesamten Behandlungsprozess Ihrer Meinung nach?

Dr. Cichon: Das Beratungsgespräch ist das A und O. Weil der Arzt dem Patienten genau sagen muss, was er mitbringt, was man daran verbessern kann, was zu erwarten ist und was nicht. Wir stehen bei jedem Beratungsgespräch mit unseren Patienten 5 Minuten vor dem Spiegel und schauen, was die Patienten uns mitbringen und wie es nach der Behandlung aussehen kann. Ein interessantes Phänomen ist übrigens, dass jeder, der sich schon einmal die Brüste vergrößern lassen hat, sich selbst zum totalen Spezialisten erklärt. Das stimmt natürlich nie. [lacht]

KlinikumPlus: Sie führen die Mehrheit der plastisch-ästhetischen Eingriffe mittlerweile unter örtlicher Betäubung durch. Seit wann ziehen Sie diese Form der Betäubung einer Vollnarkose vor?

Dr. Cichon: Der Standardeingriff unter örtlicher Betäubung stellt die Brustvergrößerung dar. Die örtliche Betäubung führe ich seit 3 Jahren durch. Das Verfahren habe ich von einem Kollegen aus Spanien gelernt, etwas angepasst und übernommen.

KlinikumPlus: Wo sehen Sie die Vorteile einer örtlichen Betäubung?

Dr. Cichon: Der Vorteil ist, dass die Patienten nahezu die ganze Zeit vollständig wach sind. Sie bekommen lediglich ein Beruhigungsmittel, welches selten zum Schlaf führt. Dadurch sind die Patienten nach der OP fit und verlassen den OP aufrecht gehend. Sie verbleiben dann nur noch 2 Stunden kühlend zur Überwachung bei mir. Der große Vorteil ist, dass alle Körperfunktionen während der Operation unbeeinträchtigt bleiben: der Herzschlag, die Atmung und der Blutdruck. Bei einer Vollnarkose ist das Risiko für Schwellungen, Blutungen und schließlich blauen Flecken viel höher. Das kommt auch durch den Stress durch das Aufwachen und andererseits durch den Stress nach der Beendigung der Schmerzmedikation. Diese Kombination führt dazu, dass der Blutdruck ganz schnell nach oben geht und kleine Gefäße, die vorher nicht sichtbar waren, nun anfangen zu bluten. Meine Frau und ich arbeiten hier sehr gründlich und betreiben wiederholt Blutstillung bis alles trocken ist. Seitdem wir das so machen, haben wir keine Komplikationen mit Ausnahme einer Wundheilungsstörung. Allerdings hat hier die Patientin jeden Tag die Pflaster entfernt. Wir brauchen auch üblicherweise keine Drainagen mehr einzulegen.

KlinikumPlus: Für welche Eingriffe eignet sich diese Form der Narkose besonders und für welche kommt die örtliche Betäubung nicht infrage?

Dr. Cichon: Meine Frau und ich nutzen die örtliche Betäubung für alle Eingriffe die kürzer sind als 2 Stunden. Ab 2 Stunden haben die Patienten Schmerzen im Rücken und müssen auf die Toilette. Da die Brustverkleinerung und die Bauchdeckenstraffung länger als 2 Stunden andauern, werden sie in Vollnarkose durchgeführt.

KlinikumPlus: Wie nehmen die Patientinnen und Patienten diese Form der Behandlung an?

Dr. Cichon: Grundlegend haben viele Patienten Bedenken, wenn ich Ihnen von der örtlichen Betäubung erzähle. Vor allem haben sie Angst vor Schmerzen. Allerdings haben die Patienten meist mehr Angst vor einer Vollnarkose. Durch unsere guten Bewertungen auf Jameda und Facebook haben viele Patienten weniger Bedenken.

KlinikumPlus: Ihre Praxis ist in einer eher kleinen Stadt angesiedelt. Welche Vor- und Nachteile bietet diese Lage Ihrer Meinung nach (z.B. im Vergleich zu einer zentralen Lage in einer Großstadt)?

Dr. Cichon: Das hat natürlich auch Nachteile. Allerding sind wir eine sehr große Praxis mit plastischen Chirurgen, Dermatologen, einem Haartransplanteur, einem HNO-Arzt und einer 500 Quadratmeter großen Praxis. Dadurch bieten wir nahezu das komplette Spektrum der ästhetischen Chirurgie und Medizin an. Das und unsere Patientenzufriedenheit von 95% führen dazu, dass auch weiter entfernte Patienten aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und dem Münsterland zu uns kommen.

KlinikumPlus: Sie laden seit 14 Jahren zur Plastischen Assistentenwoche in Maria Alm ein. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen und wie viele Interessenten können jährlich an diesem Angebot teilnehmen? Wie sieht das Programm in dieser Woche aus? Wie wird die Assistentenwoche angenommen?

Dr. Cichon: Zu meiner Zeit hätte ich mir das sehr gewünscht. Allerdings gab es das zu dieser Zeit nicht. Ich war damals in der Weiterbildung und befand mich als plastischer Assistent im dritten Weiterbildungsjahr und habe in eine kleine Klinik im Münsterland gewechselt. Dort hätte ich meinen Facharzt machen können. Dann habe ich mir das Spektrum dieser Klinik und vieler anderer Kliniken angesehen und festgestellt, dass es kaum Kliniken gibt, in denen man ruhigen Gewissens sagen kann: „Ich habe nahezu das gesamte Gebiet der plastischen Chirurgie erlernt.“ Damals habe ich 3 Oberärzte von großen Unikliniken im Rahmen von Hospitationen kennengelernt. Zwei sind mittlerweile Chefärzte, einer von ihnen ist leider viel zu früh verstorben. Das waren meine 3 Zugpferde, die den Wagen ins Rollen gebracht haben, sodass er mit Karacho durch einige Wände gefahren ist. Wir bemühen uns in Maria Alm ein Programm aufzustellen, dass fast die gesamte Weiterbildungsordnung der plastischen Chirurgie abbildet. Dazu laden wir Spezialisten ein, die das ganze große Gebiet der Plastischen Chirurgie erklären können – alle ganz fantastische Operateure und gute Redner. Wir bemühen uns zudem, den Kongress sehr günstig zu halten. Der Erfolg gibt uns Recht: Das Seminar gibt es seit 14 Jahren und es ist nahezu jedes Jahr vollständig ausgebucht. Zudem sagen die Spitzen der plastischen Chirurgen in Deutschland, dass die Assistentenwoche die wichtigste Weiterbildung außerhalb der Klinik darstellt.

KlinikumPlus: Welchen Vorteil bietet ein Modell wie KlinikumPlus Ihrer Meinung nach Interessenten und Patienten?

Dr. Cichon: Für die Patienten sehe ich den Vorteil, dass sie bei KlinikumPlus aus ihrem Suchprozess heraus kommen und erfahren, wo sie mit ihrem Problem ruhigen Gewissens hingehen können. Jeder Arzt ist in seinem Spezialgebiet richtig gut. Der Patient weiß aber eigentlich nie, ob der entsprechende Arzt wirklich genau diesen Eingriff sehr gut beherrscht. Das halte ich aus Patientensicht für sehr schwierig. Zudem können wir Ärzte die Patientenerwartungen besser erfüllen, weil KlinikumPlus nur denjenigen Arzt vermittelt, der den individuellen Patientenwünschen nach Erfahrung oder Qualifikation entspricht. Das schafft Zufriedenheit auf beiden Seiten.

Weitere Informationen:

Sie haben Fragen oder wünschen eine kostenlose Beratung?

Kontaktieren Sie uns gerne, wir melden uns umgehend bei Ihnen.