Expertengespräch mit Dr. med. Nils Tilsen

Dr. nils tilsen interview

Kurzprofil

Herr Dr. med. Nils Tilsen ist Facharzt für Augenheilkunde, Leiter der Augenambulanz des Facharztzentrums der Bundeswehr in Hannover und Leiter des Augenlaserzentrums Göttingen. Nach seinem Studium der Humanmedizin in Hannover, promovierte Dr. Tilsen. Die Ausbildung zum Facharzt führte er in Bundeswehrkrankenhäusern in Hamburg, Koblenz und dem Allgemeinen Krankenhaus Hamburg Barmbek durch. Seit 1995 beschäftigt er sich intensiv mit der refraktiven Laserchirurgie und hat sich auf die Methoden Trans-PRK, PRK und LASEK spezialisiert.

"Wenn Sie mich heute nach dem besten Verfahren fragen, sage ich Ihnen ganz klar: Es ist die „No touch“ Trans-PRK, denn sie ist sicher, sie ist schonend, sie erzielt beste Ergebnisse und die Patienten haben nach der OP kaum Schmerzen."

Im Gespräch mit KlinikumPlus

KlinikumPlus: Sie haben ihre Facharztausbildung unter anderem in Bundeswehrkrankenhäusern absolviert und sind Leiter der Augenambulanz des Facharztzentrums der Bundeswehr Hannover. Inwiefern haben Sie diese Erfahrungen für Ihren weiteren Werdegang geprägt?

Ich bin Bundeswehrangehöriger und habe bei der Bundeswehr die Augenheilkunde gelernt. Zu dieser Zeit wurde der Excimer-Laser in der Augenmedizin erprobt. Irgendwann habe ich dann angefangen zusammen mit einem niedergelassenen Arzt, der solch einen Laser hatte – ein Wunderwerk der Technik in der damaligen Zeit – gemeinsam zu operieren. Das war sehr interessant, weil ich mit meinen Laser-Patienten eine andere Patientenklientel hatte als andere Augenärzte. So waren und sind die meisten meiner Patienten jung. Denn diese Patientengruppe hat viel häufiger den Wunsch, eine Laserbehandlung durchführen zu lassen. Diese spezielle Patientenklientel und der Umstand, dass ich schon ab 1995 laserchirurgische Eingriffe durchführen konnte, haben mich sehr geprägt und helfen mir jetzt, unseren Patienten im Augenlaserzentrum Göttingen die beste Behandlung anbieten zu können.

KlinikumPlus: Sie sind seit 1995 im Bereich der Refraktiven Chirurgie und damit dem Augenlasern tätig. Welches sind hierbei in diesem Zeitraum Ihrer Meinung nach die größten Entwicklungen gewesen und welche Trends sehen Sie in den kommenden Jahren auf uns zukommen?

Der Excimer-Laser war eigentlich ein Abfallprodukt der Chip-Produktion, bevor er in die Hornhautchirurgie übertragen wurde. Entsprechend groß war die Abneigung meiner augenärztlichen Kollegen gegen diese Technik. Erst um die Jahrtausendwende hat sich der Berufsverband der Augenärzte der Sache angenommen, da der Verband die guten Ergebnisse und die hohe Nachfrage bemerkte. Anschließend hat der Berufsverband über die KRC-Richtlinie (KRC = Kommission Refraktive Chirurgie) bestimmt, wie ein solcher Eingriff zur Korrektur von Kurzsichtigkeit vorgenommen werden sollte. Ich glaube, dass das ReLEx Smile-Verfahren, so wie es derzeit angeboten wird, noch nicht zu Ende gedacht ist. Ich gehe davon aus, dass wahrscheinlich in der Zukunft die Lentikel (die runde Scheibe, die beim ReLEx Smile-Verfahren aus der Hornhaut geschnitten wird) unter Zuhilfenahme eines Eye-Trackers geschnitten werden, was derzeit im ReLEx Smile-Verfahren noch nicht passiert. Daher schneidet der Laser jetzt falsch, wenn es während der Operation zu Druckproblemen im Auge kommt. Auch das Lentikel verursacht häufig Probleme. Auf diesem Gebiet wird man wohl versuchen weiter zu kommen und besser zu werden. Ich selbst verwende im Augenlaserzentrum Göttingen immer die sehr sanfte „No touch“ Trans-PRK, da die Technik dieses Verfahrens eigentlich perfekt ist. Die Zukunft sehe ich auch weiter in solchen zarten, schonenden Verfahren mit einer durchdachten Mathematik. Denn nur damit werden die Patienten wirklich nachhaltig zufrieden sein.

KlinikumPlus: Was genau macht das Augenlasern zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit Ihrer Meinung nach so sicher, sodass sich immer mehr Personen für eine solche Behandlung entscheiden?

In Deutschland führen wir Augenlaser-Operation nun schon seit 25 Jahren durch. Die Laser-Geräte müssen in ihrer Leistung sehr weit ausgereift sein, bevor sie am Patienten eingesetzt werden dürfen. Deshalb ist von der technischen Seite ein Versagen fast unmöglich. Auf der anderen Seite macht unsere besonders sorgfältige und auf langer Erfahrung beruhende Auswahl der Patienten die Laserbehandlung sicher. Habe ich beispielsweise einen Patienten zur Voruntersuchung, der zu übermäßiger Narbenbildung neigt und schon vor der Behandlung eine vernarbte Hornhaut aufweist, werde ich den Patienten darauf hinweisen und ihm den Wunsch nach einer OP ausschlagen. Zudem muss ich beachten, welche Anlagen ein Patient mitbringt. Nordeuropäer neigen weniger zur Narbenbildung. Ein Mensch aus Afrika würde hingegen eher zur Narbenbildung tendieren. Einen solchen Patienten würde ich nur unter der Prämisse behandeln, dass besonders engmaschige Kontrollen im Anschluss an die OP durchgeführt werden. Denn da jeder Mensch ein individuelles Heilungsverhalten aufzeigt, sind die Nachkontrollen und die Nachsorge für die Sicherheit und den Erfolg der Behandlung von großer Bedeutung. Im Augenlaserzentrum Göttingen werden daher alle Nachuntersuchungen in den ersten beiden Monaten nach der Behandlung mit der „No touch“ Trans-PRK kostenlos durchgeführt. Werden die Nachkontrollen korrekt vorgenommen und tropft der Patient gewissenhaft seine Medikamente, ist das Risiko einer Augenlaserbehandlung heutzutage äußerst gering.

KlinikumPlus: Sie haben sich auf drei bestimme Verfahren spezialisiert: Die LASEK, die PRK und die Trans-PRK. Was genau war Ihre Motivation hierfür? Was reizt Sie besonders an diesen Behandlungen der Refraktiven Chirurgie?

Die „No touch“ Trans-PRK ist besonders schonend und genau und das reizt mich. Dabei fasziniert mich der technische Vorgang, der auch für einen erfahrenen Operateur immer wieder ein Erlebnis ist. Ich stelle das Auge scharf, bediene den Fußschalter und beobachte durch das Mikroskop, wie der Laser gemäß der zuvor getätigten Einstellungen ans Werk geht. Das ist beeindruckend. Man muss operativ nicht mehr eingreifen. Der Laser arbeitet präzise und sicher.

KlinikumPlus: Wo sehen Sie, sofern überhaupt, für Patienten die Vor- und Nachteile einer konventionellen LASIK im Vergleich zu neueren Verfahren wie der „No touch“ Trans-PRK?

Die „No touch“ Trans-PRK ist eine tolle Verbesserung und Weiterentwicklung im Bereich der Oberflächentherapien. Nur die deutsche Firma Schwind bietet das dafür geeignete Gerät an und wir sind froh, im Augenlaserzentrum Göttingen mit dem Schwind-Laser der Universitätsaugenklinik arbeiten zu können. Die Methode ist sehr genau und sehr zart und bereitet dem Patienten kaum Schmerzen, wie es vergleichsweise die PRK tut. Die LASIK und auch die ReLEx-Smile-Methode sind beides Schnitttechniken und schwächen durch den Schnitt letztendlich die Hornhaut. Und wenn man die ganzen Oberflächenverfahren wie Trans-PRK, PRK und Ähnliches betrachtet, sind diese allesamt schonender zur Hornhaut und mit weniger Komplikationen verbunden. Bei der LASIK und der ReLEx-Smile könnte es häufiger zu Komplikationen kommen. Daher sind die Komplikationen so gut wie immer mit einer Schnitttechnik vergesellschaftet.

KlinikumPlus: Welches Laserverfahren ist Ihrer Ansicht nach das „Beste“? Warum?

Ich kann Ihnen das an einem Beispiel darstellen. Ich habe meinen eigenen Sohn operiert. Für den will man ja das beste. Damals, vor Jahren, als ich ihn operiert habe, hatte ich noch keinen Zugriff auf die „No touch“ Trans-PRK. Ich habe ihn also mit einer PRK behandelt. Wenn Sie mich heute nach dem besten Verfahren fragen, sage ich Ihnen ganz klar: Es ist die „No touch“ Trans-PRK, denn sie ist sicher, sie ist schonend, sie erzielt beste Ergebnisse und die Patienten haben nach der OP kaum Schmerzen. Die PRK wende ich trotzdem noch an, weil sie auch ein sehr gutes Verfahren ist. Der größte Nachteil der PRK liegt aber ganz klar bei den Schmerzen. Ein PRK-Patient leidet für 24 Stunden, und er benötigt 48 Stunden bis alles überstanden ist. Ein Patient mit „No touch“ Trans-PRK leidet deutlich weniger und kürzer und ist schon nach 36 Stunden beschwerdefrei.

KlinikumPlus: In welchem Alter ist eine Augenlaser-Behandlung für einen Interessenten Ihrer Meinung nach optimal? Ab welchem Alter kann oder sollte eine Fehlsichtigkeit nicht mehr mit einer Laser-OP korrigiert werden?

Wir haben Patienten im Alter von 20-50 Jahren. 20 ist dabei das früheste Alter, in dem man eine „No touch“ Trans-PRK durchführen sollte, ganz einfach, weil sich in diesem Lebensalter die Dioptrienwerte häufig noch verändern. Bei angehenden Polizisten muss eine Korrektur meist schon mit 20 Jahren durchgeführt werden, damit diese sich bewerben und angestellt werden können. Der optimale Zeitpunkt einen Patienten zu operieren ist mit Anfang/Mitte 20, wenn die Dioptrienwerte 1 bis 2 Jahre stabil sind. Ab dem 50. Lebensjahr, wenn der Mensch in der Nähe nicht mehr so gut sehen kann und altersweitsichtig ist, muss ich den Patienten erklären, dass eine gewisse Kurzsichtigkeit von Vorteil ist, weil dann diese Kurzsichtigkeit die Altersweitsichtigkeit ausgleichen kann. Das Alter des Patienten hat allerdings Auswirkungen auf die Wundheilung, die mit zunehmendem Alter länger dauert. Außerdem ist die Hornhaut im Alter anders beschaffen, und die Genauigkeit des Lasers kann nicht mehr in jedem Fall zu 100% gewährleistet werden. Wenn aber eine 60-jährige Person eine Kurzsichtigkeit von -5 dpt hat und es ihr Lebenstraum ist, endlich einmal ohne Brille sehen zu können, dann können wir diese Person natürlich grundsätzlich auch operieren. Eine umfassende Aufklärung des Patienten und eine sorgfältige Abwägung eventueller Risiken vor der OP sind dabei im Augenlaserzentrum Göttingen selbstverständlich.

KlinikumPlus: Studenten und Bundeswehrangehörige erhalten in Ihrem Augenlaserzentrum Sonderkonditionen. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen und wo sehen Sie die Vor- und Nachteile dieses besonderen Angebotes?

Die Studenten bekommen im Augenlaserzentrum Göttingen Sonderkonditionen, weil wir selbst einmal studiert haben und wissen, dass in dieser Lebensphase Geld nicht im Überfluss vorhanden ist. Bundeswehrangehörige erhalten auch günstigere Konditionen. Das liegt ganz einfach daran, dass es sich bei ihnen um meine Kameraden handelt. Bisher haben alle Patienten das sehr positiv aufgenommen. Grundsätzlich wurden wir schon drauf angesprochen, dass das Augenlaserzentrum Göttingen im Vergleich zu den Wettbewerbern eigentlich zu billig sei. Wir denken aber derzeit nicht daran die Preise zu erhöhen.

KlinikumPlus: Das von Ihnen und Dr. Ruf geführte Augenlaserzentrum ist unmittelbar an das Universitätsklinikum der Georg-August-Universität Göttingen angegliedert. Was ist das Besondere an diesem Modell? Wo sehen Sie hier Vorteile durch die räumliche Nähe?

Dieses Modell ist etwas Besonderes in Deutschland, denn es gibt derzeit wohl kein anderes privates Laserzentrum, dass die Technik einer Universitätsaugenklinik nutzen darf. Es ist eine win-win-Situation für beide Seiten. Der Laser der Universität wird durch das Augenlaserzentrum Göttingen stärker ausgelastet. Und wir genießen die Vorteile einer Universitätsklinik: die hervorragende Technik, die bewährte Infrastruktur und die Möglichkeit uns auf die Augenklinik stützen zu können, falls ein Notfall eintreten sollte. Hätten Patienten nachts Probleme, könnten sie sich immer an die Klinik wenden. Das vermittelt uns und den Patienten ein großes Gefühl von Sicherheit.

KlinikumPlus: Welche Vorteile bietet ein Modell wie KlinikumPlus Ihrer Meinung nach für Interessenten und Patienten?

Wir freuen uns, dass KlinikumPlus die „No touch“ Trans-PRK einem breiteren Publikum bekannt macht. Dadurch kann die „No touch“ Trans-PRK viel mehr Patienten angeboten werden, die sich für ein besonders sicheres, präzises und schonendes Laserverfahren interessieren. Die sorgfältige Beratung der Patienten durch KlinikumPlus garantiert den Patienten, dass sie auch wirklich an einen kompetenten und für ihre Situation geeigneten Arzt graten. Und in Bezug auf das Augenlaserzentrum Göttingen können die Patienten sicher sein, dass KlinikumPlus sie an eine Einrichtung verweist, die Augenheilkunde auf dem Niveau einer Universitätsaugenklinik betreibt.

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