Dr. Nikolaus Raab im Experteninterview

Nikolaus raab

Kurzprofil

Herr Dr. med. Nikolaus Raab ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit einer Weiterbildung für ambulante Operationen. Nach seinem Medizinstudium in Heidelberg, Zürich und San Diego absolvierte er seine Facharztausbildung in Zürich, Ludwigshafen und München. In seiner Privatpraxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie im Herzen von München hat sich Dr. Raab auf die Brust- und Gesichtschirurgie spezialisiert. In unserem Expertengespräch gibt er Einblick in sein ganzheitliches Behandlungskonzept und informiert über Besonderheiten wie B-Lite Brustimplantate oder Hautverjüngung mit EmaCure®.

"Die B-Lite Brustimplantate sind nicht nur deutlich leichter, sondern fühlen sich auch viel natürlicher an. So können wir dem Wunsch der Patienten nach mehr Volumen nachkommen und gleichzeitig einem späteren Absacken der Brust entgegenwirken."

Im Gespräch mit KlinikumPlus

KlinikumPlus: Sehr geehrter Herr Dr. Raab, Sie haben sich auf die Brust- und Gesichtschirurgie spezialisiert. Gibt es spezielle Gründe dafür? Was macht für Sie den Reiz dieser beiden Bereiche aus?

Dr. Raab: Prinzipiell empfange ich vor allem Patienten, die mit ihrem Aussehen grundsätzlich zufrieden sind. Sie wünschen sich meist lediglich eine leichte Verbesserung der Brustform oder die Alterserscheinungen nach mehreren Geburten oder im Gesicht wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Sie wünschen sich, dass sie wieder ein bisschen so aussehen wie früher. Bei der Brust gibt es sehr viel Gestaltungsspielraum und ebenso viele Möglichkeiten den Patienten mit den richtigen Maßnahmen (z.B. genaue Vermessungen; passende, hochwertige Implantate) ihre Wunschbrust zu formen. Das ist das Schöne am Fachgebiet der plastisch-ästhetischen Chirurgie und sorgt für eine sehr hohe Patientenzufriedenheit.

KlinikumPlus: Was ist für Sie ein Behandlungserfolg?

Dr. Raab: Eine Behandlung war in allererster Linie dann erfolgreich, wenn der Patient mit dem Ergebnis zufrieden ist. In der ästhetischen Chirurgie gibt es keinen richtigen Maßstab, der vorgibt, wie zum Beispiel die ideale Brust auszusehen hat. Es kommt auf die individuellen Wünsche und Vorstellungen des Patienten an und darauf, dass er oder sie sich nach der Behandlung wohlfühlt und mit dem Ergebnis zufrieden ist. Dabei ist es vor allem wichtig, dass die Patienten vor der Behandlung realistische Vorstellungen haben. Außerdem bin ich der Überzeugung, dass es mit dem Eingriff allein nicht getan ist. Die Planung der Operation und die Nachsorge mit Massagen, Trainings- und Ernährungsplan, spielen bei meinem ganzheitlichen Ansatz und letztlich für die Patientenzufriedenheit eine große Rolle.

KlinikumPlus: Wie wichtig ist für Sie das Beratungsgespräch in dem gesamten Behandlungsprozess?

Dr. Raab: Das Beratungsgespräch ist bei uns in zwei Teile gegliedert; das erste Beratungsgespräch beinhaltet das Kennenlernen zwischen dem Patienten und mir. Es bietet die Möglichkeit, die Wünsche und Möglichkeiten aufzuzeigen und realistisch einzuschätzen. Für mich ist das Beratungsgespräch wahrscheinlich sogar der wichtigste Bestandteil des gesamten Behandlungsprozesses und eine grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.

KlinikumPlus: Trügt der Schein oder genießt die Schönheitschirurgie im Allgemeinen in den letzten Jahren einen besseren Ruf? Geht der Trend eher zu gemäßigten Korrekturen?

Dr. Raab: Ich denke, dass sich kommende Generationen oft nicht mehr mit dem zufrieden geben, was ihnen gegeben wurde. Das zeigt sich allein dadurch, dass Menschen vermehrt ins Fitnessstudio gehen und sich bewusst ernähren. Dieser Trend setzt sich auch in der ästhetischen Chirurgie fort, wo sich das Klientel auch dementsprechend verändert hat, so dass nun auch Leute zum Schönheitschirurgen gehen, die früher nicht auf die Idee gekommen wären. Sie möchten meist einfach wieder so vital und fit aussehen, wie sie sich noch fühlen. Aber es gibt auch noch immer diejenigen Patienten, die auf ausgefallenere Looks stehen. Mir selbst ist nicht daran gelegen eine möglichst große Brust zu gestalten, sondern nachhaltig eine schöne Brust zu formen. Das ist aus meiner Sicht die Schwierigkeit der Brustchirurgie.

KlinikumPlus: Sie sind die erste Praxis in Deutschland und damit weltweit eine von nur sieben spezialisierten Zentren für Ästhetische und Plastische Chirurgie, die B-Lite Implantate für Brustvergrößerungen anbieten. Die Implantate sind 30-40% leichter als andere Implantate. Welche Vorteile hat dieses deutlich geringere Gewicht des Implantats für Patienten?

Dr. Raab: Irgendwann haben alle Patientinnen das Problem, dass die Brust absackt. Dieses Problem können wir erst einmal lösen, indem wir die Brust mit formstabilen Implantaten füllen und ihr wieder Volumen geben. Dieses Volumen birgt aber auch wieder ein Gewichtsproblem. Die Schwierigkeit besteht also darin, das Gewicht so gering wie möglich zu halten und dennoch den lockeren Hautmantel auffüllen zu können. Je geringer das Gewicht der Brust dabei ausfällt, desto weniger sackt die Brust später ab. Wir versuchen also alles, um der natürlichen Schwerkraft so gut es geht entgegenzuwirken. Dabei sind die Implantate ganz entscheidend. Die B-Lite Brustimplantate sind nicht nur deutlich leichter, sondern fühlen sich auch viel natürlicher an, da der Rahmen des Implantats weniger spürbar ist. So können wir dem Wunsch der Patienten nach mehr Volumen nachkommen und gleichzeitig einem späteren Absacken der Brust besser entgegenwirken.

KlinikumPlus: Die B-Lite Brustimplantate sind CE zertifiziert. Was bedeutet das genau?

Dr. Raab: Alle Brustimplantate, die in Deutschland verwendet werden, sind CE-zertifiziert. Das ist der offizielle Maßstab. Die Implantate sind mittlerweile seit drei Jahren im Einsatz. Ich habe jetzt 50 Patienten damit operiert. Diese Patienten sind sehr zufrieden, weil sich die B-Lite Brustimplantate auch viel natürlicher anfühlen. Momentan sind B-Lite Implantate allerdings noch ca. drei Mal so teuer wie günstige Implantate, so dass eine Brustvergrößerung mindestens 8.500 Euro kostet und sich dieses Preisniveau natürlich nicht jeder Patient leisten kann.

KlinikumPlus: Gibt es bei den B-Lite Implantaten genauso viel Spielraum hinsichtlich der Größen und Formen, aus denen die Patienten auswählen können?

Dr. Raab: Ja, das ist tatsächlich so. Dabei stehen die B-Lite Brustimplantate dem Weltmarktführer Allergan in nichts nach. Bei der Entwicklung der Brustimplantate war der Anspruch, über 500 Formen und Volumina zur Verfügung zu haben, um Patienten auch wirklich ihre Wunschbrust formen zu können. Zusätzlich gibt es auch bei den B-Lite Implantaten die Möglichkeit, individuell angefertigte Brustimplantate herzustellen, die allein für eine Patientin bestimmt sind.

KlinikumPlus: Bei wie vielen Frauen wird die Brust mit Eigenfett aufgebaut? Ist es viel gefragt und wird es auch immer häufiger gemacht?

Dr. Raab: Gefragt wird der Brustaufbau durch Eigenfett häufig, er ist jedoch für die wenigsten geeignet. Bei ca. der Hälfte der Patienten spritzen wir jedoch zusätzlich über dem Brustimplantat Fett ein. Das heißt, dass wir zu einem relativ überschaubaren Mehrpreis ein bisschen Fett aus den Flanken nehmen und über dem Brustimplantat einspritzen. Dadurch ist das Implantat noch weniger sichtbar und fühlt sich noch natürlicher an. Wir versuchen den Patienten mit dem Angebot aus B-Lite Implantaten, Microfilling, einer kleinen Fettabsaugung und einer umfassenden Nachsorge eine ganzheitliche Behandlung anzubieten.

KlinikumPlus: Neben dieser Innovation in der ästhetischen Brustchirurgie bieten Sie auch ein innovatives Verfahren zur Verjüngung und Regeneration der Haut an. Können Sie kurz umreißen, was das besondere an „EmaCure®“ ist und für welche Patienten sich diese Therapieform besonders eignet?

Dr. Raab: EmaCure® ist ein Verfahren, das aus dem ursprünglichen Vampire Facelift entstanden ist. Dabei werden dem Blut die Bestandteile entnommen, die für die Hautzellverjüngung verantwortlich sind. Bei EmaCure® haben wir uns nur die Faktoren angeguckt, die für die Wundheilung verantwortlich sind. Die Bestandteile der Haut, die für eine neue Hautbildung sorgen, haben wir aus den Blutzellen entnommen und spritzen diese ganz gezielt in die Haut oder unter der Haut ein. Das ist für Patienten geeignet, die ein Problem mit der Hautstrukturbeschaffenheit haben, ersetzt aber keine Volumengabe durch Lifting-Verfahren. In der Regel wird das Verfahren demnach mit einer Eigenfettunterspritzung oder mit einer Hyaluronsäure-Unterspritzung kombiniert, um neben der Hautverjüngung eine deutliche Verbesserung des Hautbildes herbeizuführen.

KlinikumPlus: Welchen Vorteil sehen Sie in der Wasserstrahl-assistierten Liposuktion (WAL) als Methode zur Fettabsaugung (body-jet®) im Vergleich zu anderen Verfahren?

Dr. Raab: Die body-jet® Methode gibt uns die Möglichkeit mit dem Wasserstrahl eine relativ reine Fettqualität zu gewinnen. Wir machen selten nur eine reine Fettabsaugung, sondern arbeiten das Fett meist gleich wieder in den Körper ein. Mit dem body-jet® haben wir ein geschlossenes System, das relativ wenig kaputt macht. Es wird weniger Trauma angerichtet als bei der klassischen Tumeszenz, bei der Laserlipolyse oder bei der Schüttelmethode (Vibrationslipolyse). Der Wasserstrahl sorgt dafür, dass sich die Fettzellen leichter herauslösen lassen. Die Fettzellen, die wir gewinnen, haben außerdem eine höhere Qualität zum Einspritzen. Diese höhere Fettqualität ist vor allem immer dann von Vorteil, wenn wir gleichzeitig einen Brustaufbau machen, ein paar Falten im Dekolleté wegspritzen oder den Po mit dem Fett aufbauen. Aus diesem Grund ist für uns die Wasserstrahlabsaugung immer noch das Non-Plus-Utra.

KlinikumPlus: Es gibt heutzutage auch sehr viele nichtoperative Verfahren zur Fettreduktion, so wie CoolSculpting® oder die Kryolipolyse. Bieten Sie auch eines dieser Verfahren an oder was ist Ihre Meinung dazu?

Dr. Raab: Nein, das bieten wir in unserer Praxis nicht an. Patienten erwarten sich davon immer das Ergebnis einer Fettabsaugung und das kann nur zu Unzufriedenheit führen. Das Ergebnis einer Fettabsaugung kann durch eine kurzzeitige Kältetherapie nicht erzielt werden. Auch die Fettabsaugung an sich ist nicht zur Gewichtsreduktion gedacht, sondern vielmehr für sportresistente Fettpolster geeignet. Bei der Kryolipolyse können Patienten ein bis maximal zwei Zentimeter Umfang verlieren, weswegen sich dieses Verfahren für ein noch engeres Klientel eignet als die operative Fettabsaugung.

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