Inlay und Zahnfüllung


Sind ein oder mehrere Zähne von Karies betroffen, müssen diese behandelt werden. Hierzu entfernt der behandelnde Zahnarzt den Karies mit hilfe eines Bohrers und füllt die Zahnsubstanz mit einer Zahnfüllung auf. Eine Zahnfüllung, umgangssprachlich Plombe genannt, gibt es aus den verschiedensten Materialien in unterschiedlichen Qualitäten und Haltbarkeitsdauern. Grundsätzlich werden Zahnfüllungen und Inlays unterschieden. Zahnfüllungen aus Amalgam, Glasionomerzement, Komposit oder Kunststoff sind günstiger, jedoch weniger langlebig. Gold- und Keramikinlays sind hochwertiger und von längerer Lebensdauer, allerdings auch teurer.

Ablauf einer Behandlung mit Inlays oder Zahnfüllungen


Wenn ein Zahn von Karies befallen ist, muss dieser entfernt werden, da sonst ein Zahnverlust droht. Hierzu wird die kariöse Zahnhartsubstanz entfernt und ein Raum für die Zahn-Füllung präpariert. Nach der Kariesentfernung kann die Zahnsubstanz mithilfe von plastischen Füllungen oder Einlagefüllungen aufgefüllt werden. Plastische Füllungen werden als Masse in den Zahn gefüllt und erhärten dort. Die Füllmasse der plastischen Füllungen kann aus Amalgam, Glasionomerzement oder Kunststoff bestehen. Einlagefüllungen oder Inlays sind hochwertige Füllungen und werden auf Basis eines Zahnabdrucks im Labor gefertigt und anschließend mit einen Spezialkleber am Zahn befestigt. Einlagefüllungen haben daher eine höhere Haltbarkeitsdauer und eignen sich für großvolumige Zahnbeschädigungen. Durch ihre hohe Festigkeit werden sie vor allem im Seiten- oder Backenzahnbereich mit besonders hoher Kaubelastung eingesetzt. Die Dauer der Behandlung hängt von der gewählten Füllung ab und schwankt zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Entsprechend des persönlichen Schmerzempfindens können die Zahnfüllungen unter einer lokalen Betäubung eingesetzt werden.

Kosten und Zuschüsse der Krankenkasse


Behandlung Preise
Amalgamfüllung ab 20,00 €/Zahnfüllung
Glasionomerzementfüllung ab 20,00 €/Zahnfüllung
Kompositfüllung 40,00 €-160,00 €/Zahnfüllung
Kunststofffüllung ab 40,00 €/Zahnfüllung
Keramikinlay 500,00 € - 800,00 €/Inlay
Goldinlay 200,00 € - 500,00 €/Inlay

Die Kosten der Zahnfüllungen und Inlays für die Korrektur von Zahnschäden variieren stark. Sie hängen von dem Ausmaß des Zahndefektes, dem verwendeten Material, der Größe der Füllung und dem Behandlungsaufwand ab.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für die Behandlung von Kariesschäden einen befundbezogenen Festzuschuss. Dabei erstattet die gesetzliche Krankenkasse unabhängig von der Art der Füllung immer nur die wirtschaftlich günstigste Alternative einer Zahnbehandlung (meist die Höhe der Amalgamfüllung). Grundlage für die Zuschussberechnung der Kasse ist hier der im Heil- und Kostenplan angegebene Befund, der den Festzuschuss auslöst. So zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einfache Füllungen im Backenzahnbereich aus Amalgam und im Frontzahnbereich aus Komposit. In Ausnahmefällen weichen die Krankenkassen von dieser Regelung ab. Liegt eine nachgewiesene Allergie gegen Amalgambestandteile oder eine Nierenfunktionsstörung vor, zahlt die Krankenkasse die teurere Kunststofffüllung im Seitenzahngebiet. Je nachdem, wie groß die Füllung ausfällt, zahlt die Krankenkasse zwischen 20,00 € und 40,00 €. Der Austausch von intakten Füllungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse allerdings nicht. Inlays werden jedoch nur von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst, wenn es sich um einen behandlungsbedürftigen Zahn handelt, der sonst verloren gehen würde. Wählt der gesetzlich Versicherte eine andere als die gesetzlich vorgesehene Versorgung, schließt der Zahnarzt mit dem Versicherten eine Mehrkostenvereinbarung ab. Mit der Unterschrift erklärt sich der Patient bereit, die anfallenden Mehrkosten selbst zu tragen. Der behandelnde Zahnarzt rechnet anschließend die Kosten mit der Krankenkasse ab, die bei einer Amalgamfüllung angefallen wären und der Patient erhält vom Zahnarzt eine Rechnung über die darüber hinausgehenden Kosten. Private Zahnzusatzversicherungen gibt es in den verschiedensten Ausführungen. So gibt es Modelle, die 30% des Rechnungsbetrages erstatten. Allerdings dürfen der Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung und der Anteil der privaten Zahnzusatzversicherung 80-90% des Rechnungsbetrages nicht überschreiten. Andere Versicherungsanbieter bieten Zahnzusatzversicherungen an, die nach Abzug der gesetzlichen Zuschüsse einen pauschalen Betrag der Kosten übernehmen. Das dritte Zahnzusatzversicherungsmodell bietet die Aufstockung des Zuschusses der gesetzlichen Krankenversicherung auf einen vertraglich festgelegten Prozentsatz (z.B. 90%) an. Bei privaten Krankenversicherungen sollten Sie darauf achten, dass Inlays und Zahnfüllungen wie eine Zahnbehandlung erstattet werden.

Die Vor- und Nachsorge bei Zahnfüllungen und Inlays


Vor der Behandlung

Vor dem Einsetzen einer Zahnfüllung muss eine umfassende Diagnostik durchgeführt werden. Hierzu untersucht der behandelnde Zahnarzt den Mund- und Kieferbereich und bestimmt entsprechend des Umfanges des Zahndefekts und des ästhetischen Anspruchs die Art der Zahnfüllung.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung ist eine gute Mundhygiene für den langfristigen Behandlungserfolg wichtig. Regelmäßiges Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten sowie professionelle Zahnreinigungen können hierzu beitragen. Wichtig sind zudem die regelmäßigen halbjährlichen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt.

Mögliche Risiken und Komplikationen


  • Abstoßungsreaktionen (sehr selten)
  • Entzündungen
  • Karies
  • Bakterienbefall
  • toxische Belastung durch Komposit- oder Amalgamfüllungen

Füllmaterialien


Amalgam

Das silberfarbene Amalgam wird am Häufigsten für eine Zahnfüllung im Seitenzahnbereich verwendet. Der Vorteil dieser Füllung liegt in den geringen Kosten, der einfachen Verarbeitung und der Bruch- und Druckfestigkeit. Amalgamfüllungen halten zwischen 6 und 15 Jahren. Allerdings ist das Material nicht zahnfarben und birgt durch das enthaltene Quecksilber umstrittene gesundheitliche Risiken.

Glasionomerzement

Glasionomerzement ist eine Art helles Zahnzement. Es ist formstabil und zahnfreundlich. Da es eine beschränkte Haltbarkeit von maximal 2 Jahren hat, wird es meist zur Füllung von Milchzähnen oder als Langzeitprovisorium verwendet.

Komposit

Komposit ist ein Füllmaterial aus Kunststoff und Keramik. Es hat eine sehr natürliche Farbe und unterscheidet sich kaum von den natürlichen Zähnen. Deswegen wird das Material häufig im Frontzahn- (Schneide- und Eckzähne) und Seitenzahnbereich eingesetzt. Die Haltbarkeit liegt zwischen 4 und 6 Jahren. Manche Kunststoffmischungen sind sehr weich und halten den hohen Kaudruck im Backenzahnbereich nicht stand. Da Kompositfüllungen zudem beim Aushärten schrumpfen, verursachen sie im Zahn Spannungen, die zu Rissen oder Frakturen führen können. Aus diesem Grund werden Kompositfüllungen nur Schichtweise aufgefüllt.

Kunststoff

Zahnfüllungen aus Kunststoff werden bei kleinen bis mittelgroßen Zahndefekten verwendet. Sie sind nahezu unsichtbar und haften sehr gut. Dadurch haben hochwertige Kunststofffüllungen eine lange Haltbarkeit von 6-8 Jahren. Allerdings ist ihr Preis höher.

Keramik

Keramikfüllungen werden als Inlays bezeichnet. Mit Keramikinlays werden größere Zahndefekte wiederhergestellt und Zähne detailgetreu nachgebildet. Ihre Haltbarkeit beträgt 8-10 Jahre. Keramikfüllungen sind sehr natürlich, stabil und gut verträglich. Sie müssen für ein solches Ergebnis jedoch sehr sorgfältig verarbeitet werden.

Gold-Platin-Legierung

Gold-Inlays aus Gold-Platin-Legierungen sind sehr langlebig und halten zwischen 10 und 15 Jahren. Die goldfarbenen Füllungen werden aufgrund ihrer Farbe häufig im Seitenzahnbereich bei stark durch Karies geschädigten Zähnen verwendet. Dazu werden sie ganz exakt an den Zahn herangearbeitet und sind absolut dicht.

Sie haben Fragen zum Thema Zahnfüllung oder Inlay?