Zahnkrone


Ist ein Zahn so stark beschädigt, dass er nicht mehr behandelt und erhalten werden kann, muss er gezogen werden. Zurück bleibt eine große Lücke, die Betroffene optisch stört und auch zu Fehl- und Überbelastungen des Kiefers führt. Da der Kiefer mit den anderen Körperteilen verbunden ist, können kleine Zahnlücken schon zu Rücken- und Nackenschmerzen bis hin zu Migräne führen. Eine Zahnkrone wird hier zur Wiederherstellung des Kausystems und dem Schutz des Zahnes vor weiterer Zerstörung genutzt. Eine Zahnkrone ist der obere sichtbare Teil des Zahnes, der auf einen Zahnstumpf oder ein Zahnimplantat (Überkronung) gesetzt wird. Zahnkronen gibt es aus den verschiedensten Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften und Fertigungstechniken.

Ablauf einer Behandlung mit einer Zahnkrone


Ist die Zahnsubstanz stark geschädigt oder fehlen Zähne können Zahnkronen als Zahnersatz verwendet werden. Zahnkronen werden geklebt oder zementiert. Vor dem Einsatz der Zahnkrone müssen die Zähne entsprechend präpariert und ein Gipsabdruck genommen werden. Dieses Gipsmodell bildet die Grundlage für die Anfertigung der Zahnkrone durch den Zahntechniker. Bis das Zahnlabor die finale Zahnkrone fertig gestellt hat, wird im präparierten Zahnbereich meist ein Provisorium eingesetzt. Ist ein Zahn jedoch völlig ruiniert, muss zunächst ein Stift in den Zahnstumpf implantiert werden, der als Anker für die Zahnkrone dient. Wenn die endgültige Krone fertig gestellt ist, wird sie eingesetzt. In den meisten Fällen wird dies unter einer lokalen Betäubung vorgenommen. Sind viele Zähne geschädigt und müssen mit einer Zahnkrone behandelt werden, besteht zudem die Möglichkeit einer Vollnarkose.

Kosten und Zuschüsse der Krankenkasse


Behandlung Preise
Stahl-/Titankrone (Vollgusskrone, teilverblendet) 200,00 € - 350,00 €/Zahnkrone
Goldkrone (Vollgusskrone, teilverblendet) 400,00 € - 1.000,00 €/Zahnkrone
Keramikverblendkrone 300,00 € - 500,00 €/Zahnkrone
Kunststoffverblendkrone 300,00 € - 430,00 €/Zahnkrone
Vollkeramikkrone (vollverblendet) 500,00 € - 1.000,00 €/Zahnkrone

Die Kosten der Zahnkrone richten sich nach der Art und dem Material der Zahnkrone.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für Zahnkronen einen Festzuschuss. Dabei richtet sich die Höhe des Zuschusses nach den individuellen zahnmedizinischen Befund, der auf den Zustand des gesamten Gebisses basiert. Hierzu haben Zahnärzte und Krankenkassen einen Katalog, der 50 Einzelbefunde und die jeweils angepassten Festzuschüsse beinhaltet. Das bedeutet, dass bei einem überkronungsbedürftigen Zahn die Regelversorgung mit dem immer gleichen Festzuschuss unabhängig von der Art der Krone ausgelöst wird. Der Eigenanteil eines Patienten setzt sich aus den Kosten des Zahnersatzes abzüglich des Festzuschusses zusammen. Die Bezuschussung unterscheidet die Art der Überkronung. Hier werden Vollkronen und Teilkronen unterschieden. Auch der Bereich des zu überkronenden Zahnes wirkt sich auf die Bemessung des Festzuschusses aus. Liegt der zu überkronende Zahn im sichtbaren Bereich (Oberkiefer von Zahn 5 bis 5 und Unterkiefer Zahn 4 bis 4), wird pro Zahn aus diesem Bereich ein Festzuschuss für eine keramische Teilverblendung gezahlt. Soll hingegen ein Backenzahn überkront werden, sieht die Regelversorgung eine Vollgusskrone aus Nicht-Edelmetall vor. Sobald der Patient die gesetzlich vorgesehene Regelversorgung verlässt und sich für eine gleichartige aber optische schönere Variante wie z.B. eine Vollkeramikkrone entscheidet, darf der Zahnarzt nach der privaten Gebührenordnung abrechnen und den 3,5-fachen Satz verlangen. Der Festzuschuss ist in beiden Fällen derselbe. Daher kann der Eigenanteil je nach Behandlung zwischen 250,00 € und 800,00 € betragen. Für einen solchen Festzuschuss muss vor der Behandlung ein Heil- und Kostenplan von dem behandelnden Arzt erstellt und von der Krankenkasse genehmigt werden. Der Festzuschuss erhöht sich um 20% bei regelmäßigen, im Bonusheft dokumentierten Zahnarztbesuchen in den vergangenen 5 Jahren und um 30% bei regelmäßigen Zahnarztkontrollen in den vergangenen 10 Jahren. Liegt zudem nachweislich ein Härtefall (Niedrigeinkommen, Sozialhilfe) vor, erhalten Patienten den doppelten Festzuschuss, mindestens aber die Kosten der Regelversorgung. Wenn Sie eine sichere Kostenübernahme bevorzugen, können Sie zudem vor der Behandlung eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Diese übernimmt je nach Tarif die Kosten für hochwertigen Zahnersatz vollständig oder teilweise. So gibt es verschiedene Tarife die zwischen 70% und 80% der Kosten übernehmen. Premiumtarife kommen zudem für die Gesamtkosten auf. Ebenso private Krankenkassen übernehmen die Kosten von Zahnkronen. Allerdings ist die Höhe der Kostenübernahme von Krankenkasse zu Krankenkasse verschieden und sollte vor der Behandlung abgeklärt werden.

Die Arten von Zahnkronen


Vollgusskrone

Eine Vollgusskrone besteht aus verschiedenen Edelmetalllegierungen und ist besonders langlebig, preiswert und gut verträglich. Da sie aus einem Guss gefertigt wird und den ganzen Zahn umfasst, wird sie als Vollgusskrone bezeichnet. Vollgusskronen bestehen meistens aus Gold, aber auch Stahl oder Titan sind mögliche Materialien. Aufgrund der metallischen Farbe sind Vollgusskronen weniger für den sichtbaren Zahnbereich geeignet. Zudem ist Metall ein guter Temperaturleiter und kann zu Beginn zu einer hohen Temperaturempfindlichkeit führen. In Kombination mit anderen Metallen wie Amalgamfülllungen können zudem Geschmacksstörungen oder Korrosionen auftreten.

Vollkeramikkrone

Die Vollkeramikkrone ist die ästhetisch ansprechendste Krone zur Verblendung von Zähnen. Das Material ist besonders robust, verfärbt sich nicht und ist natürlich in der Ästhetik sowie dem Kauverhalten. Daher wird die Vollkeramikkrone vor allem für die Verblendung der vorderen und gut sichtbaren Zähne verwendet. Vorteilhaft ist zudem die große Bioverträglichkeit. Zudem können sich an dieser Kronenart kein Plaque und Zahnstein anlagern.

Verblendkrone

Um die weniger ästhetische Metallkrone zu verblenden, können zahnfarbene Verblendkronen genutzt werden. Verblendkronen können den gesamten Zahn oder einen Teil des Zahnes wie die Zahnaußenseite verblenden. Das Verblendmaterial kann aus Keramik, Komposite oder Kunststoff gefertigt werden.

Keramikverblendkrone

Die Keramikverblendkrone stellt eine ästhetische Alternative zur Vollgusskrone dar. Sie überzieht das hochgoldhaltige Metallgerüst entweder vollständig oder teilweise (den nach außen sichtbaren Teil). Die keramisch verblendete Zahnkrone ist eine ästhetische Alternative zur Vollgusskrone die sehr stabil und zahnfarben aus einem hochgoldhaltigen Metallgerüst besteht, das mit Keramik überzogen wird. Die Keramikverblendung ist farbstabil und abriebfest, da sie zahnfarben ist und sehr natürlich wirkt.

Kunststoffverblendkrone

Diese verdeckt nur den nach außen hin sichtbaren Teil der Kronen-Seitenfläche mit einem zahnfarbenen Kunststoff. Vorteilhaft sind der vergleichsweise günstigere Preis und die leichte Reparatur im Falle einer Beschädigung. Allerdings ist Kunststoff Bakterien-freundlich, führt leicht zu Verfärbungen, zur Abnutzung der Kauflächen und zu einer erhöhten Wärmeempfindlichkeit, da die Metallkrone nicht vollständig verblendet ist.

Vollkrone

Eine Vollkrone umschließt den gesamten Zahn und überzieht den Zahnstumpf wie eine Schutzkappe. Ist die natürliche Zahnkrone vollständig zerstört oder ein Stiftzahn vorhanden, wird eine Vollkrone verwendet.

Teilkrone

Eine Teilkrone bedeckt nur einen Teil des Zahns und wird daher als Halbkrone oder Dreiviertelkrone bezeichnet. Die meisten Teilkronen bestehen aus Edelmetalllegierung oder Keramikmaterial. Aber auch eine Kombination aus beiden Materialien ist möglich.

Teleskopkrone

Die Teleskopkrone dient der Verankerung einer herausnehmbaren Zahnbrücke. Sie wird als Doppelkrone bezeichnet und gewährleistet hohe Stabilität.

Risiken und Komplikationen


  • Temperaturempfindlichkeit
  • Spannungsgefühl
  • verändertes Kaugefühl
  • Krone fühlt sich zu hoch an oder schmerzt
  • durch Fehler bei der Fertigung oder dem Einsatz der Zahnkrone bedingte Kieferschmerzen, Entzündungen, Kauprobleme, Nacken- und Rückenschmerzen

Die Vorsorge und Nachsorge bei einer Zahnkrone


Vor der Behandlung

Bevor die Zahnkrone eingesetzt werden kann, entfernt der Zahnarzt zunächst die Zahnteile, die von Karies befallen sind. Nun wird der verbleibende Zahn mit Schleifinstrumenten und einem Diamantbohrer in Form gebracht damit die Zahnkrone optimal haften kann. Hierbei kann es notwendig sein die Zahnwurzel zu behandeln, da der Kieferknochen und die Zahnwurzel intakt sein müssen, um die Krone setzen zu können. Nachdem der Zahnarzt die Zähne entsprechend vorbereitet hat, nimmt er einen Gipsabdruck von der entsprechenden Kieferregion sowie von den angrenzenden und gegenüberliegenden Zähnen. Dann wird die Zahnfarbe bestimmt und entsprechend des Umfanges des Zahndefekts und des ästhetischen Anspruchs die Art der Zahnfüllung festgelegt und der Auftrag dem Zahnlabor übermittelt. In der Zwischenzeit wird eine provisorische Krone eingesetzt. Schließlich wird in einer letzten Sitzung die fertige Krone endgültig im Mundraum eingepasst.

Nach der Behandlung

Zahnkronen halten nicht ein Leben lang und müssen nach mehreren Jahren ersetzt werden. Zahnfleischerkrankungen und Zähneknirschen wirken sich zudem negativ auf die Haltbarkeit aus. Wichtig ist zudem eine gewissenhafte und gründliche Mundhygiene für die Haltbarkeit der Krone. Besonders der Kronenrand (Übergangsstelle zwischen Krone und natürlichem Zahn) ist besonders anfällig für Bakterien. Entsprechend sind gründliches Zähneputzen, die regelmäßige Benutzung von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten, die Durchführung von professionellen Zahnreinigungen und das Wahrnehmen von Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt für die Haltbarkeit der Zahnkrone wichtig.

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