Zahnprothesen


Bei Verlust von einem oder mehreren Zähnen wird häufig eine Zahnprothese verwendet. Zahnprothesen oder umgangssprachlich „dritte Zähne“ sind künstliche, herausnehmbare Ersatz-Zähne. Sie werden für einzelne oder alle Zähne angefertigt und können jederzeit herausgenommen werden. Dabei werden Voll- und Teilprothesen unterschieden. Ist der Kiefer vollständig zahnlos wird eine Vollprothese genutzt. Bei vorhandenen Restzähnen wird dagegen eine Teilprothese eingesetzt, die mit Drähten oder Klammern an den vorhandenen Zähnen befestigt wird.

Ablauf einer Zahnprothesen-Behandlung


Nach der Fertigstellung der Prothese wird diese eingesetzt. In der Regel sind hierfür 2-3 Termine erforderlich, um die Prothese perfekt anzupassen. Je nach der Art der Prothese und dem individuellen Schmerzempfinden wird die Prothese mit Betäubung eingesetzt. Kleine Prothesen werden meist unter einer lokalen Betäubung, größere Prothesen werden im Dämmerschlaf (Sedierung) angepasst. Auf besonderen Wunsch können Prothesen zudem unter Vollnarkose eingesetzt werden. Bei den letztgenannten Methoden überwacht ein Anästhesist den Patienten für die Dauer der Behandlung. Da eine Narkose immer ein gewisses Risiko darstellt, sollte sie vermieden werden.

Kosten und Zuschüsse der Krankenkasse


Behandlung Preise
Vollprothese ab 650,00 €
Keramikprothese ab 900,00 €
Kunststoff-Teilprothese ab 300,00 €
Klammer-Prothese ab 300,00 €
Teleskop-Prothese ab 500,00 €
Geschiebe-Prothese ab 2.000,00 €
Steg-Prothese ab 600,00 €

Die Kosten der Zahnprothese richten sich nach der Art und dem Material der Zahnprothese.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für Zahnprothesen einen Festzuschuss. Dieser richtet sich nach dem zahnmedizinischen Befund. Zahnärzte und Krankenkassen nutzen dafür einen Katalog mit 50 Einzelbefunden. Jedem Zahnbefund ist eine exakt definierte Regelversorgung zugeordnet. Die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen umfasst die Wiederherstellung der Kaufähigkeit, den dauerhafte Erhalt der noch verbliebenen eigenen Zähne und ihrer Stützgewebe sowie die Verbesserung weiterer Funktionen. Daher muss der Patient häufig Abstriche in Bezug auf Ästhetik und Haltbarkeit in Kauf nehmen. Patienten können eine aufwendigere oder ästhetisch ansprechendere Variante als die Regelversorgung wählen, erhalten jedoch immer denselben Festzuschuss. Sobald der Patient die Regelversorgung verlässt, rechnen Zahnärzte nach der privaten Gebührenordnung ab und können einen bis zu 3,5-fachen Satz verlangen. Daher kann der vom Patient zu zahlende Eigenanteil je nach der Art der Versorgung stark variieren. Der Festzuschuss erhöht sich bei einem gepflegten Bonusheft. Hat der Patient nachweislich in den vergangenen 5 Jahren regelmäßig den Zahnarzt besucht, erhöht sich der Zuschuss um 20%. Bei regelmäßigen Zahnarztbesuchen in den vergangenen 10 Jahren erhöht sich der Festzuschuss um 30%. Zudem können Patienten mit Niedrigeinkommen oder Sozialhilfe einen Härtefallantrag stellen und den doppelten Festzuschuss, mindestens aber die Kosten der Regelversorgung erhalten. Private Kranken- und Zusatzversicherungen übernehmen dagegen die Kosten der Zahnprothesen-Behandlung. Die Höhe der Kostenübernahme ist allerdings von Krankenkasse zu Krankenkasse verschieden und sollte vor der Behandlung abgeklärt werden.

Die Vor- und Nachsorge bei Zahnprothesen


Vor der Behandlung

Vor der Behandlung bespricht der Zahnarzt mit dem Patienten die individuellen Wünsche und Anforderungen. Danach untersucht der behandelnde Arzt den Zahnstatus und die Mundhöhle des Patienten und erstellt einen Heil- und Kostenplan für die Krankenversicherung. Bevor die Zahnprothese schließlich hergestellt werden kann, nimmt der Zahnarzt einen Gebissabdruck. Wichtig ist, dass der Abdruck auch das Zahnfleisch erfasst. Anschließend fertigt ein Dentallabor die Prothese passgenau an. Die Auflagefläche der Prothese besteht aus Kunststoff. Daran werden die Zähne aus verschiedenen Materialien befestigt. Häufig entscheiden sich Patienten für Zähne aus einem Metallgerüst, welches mit Keramik verblendet wird. Optisch ansprechender und natürlicher sind dagegen die Ersatzzähne aus Vollkeramik.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung ist das Sprechen ungewohnt, denn die Muskulatur, die Zunge und die Lippen müssen sich zunächst daran gewöhnen, die Prothese zu halten. Eine gute Übung stellt das laute Vorlesen dar. Auch das Auftreten von Druckstellen in den ersten Tagen ist normal. Sollten diese sich allerdings nicht bessern, muss die Prothese vom Zahnarzt noch einmal untersucht und ggf. angepasst werden. Für eine langlebige Zahnprothese ist eine gründliche Mundhygiene wichtig. Bei Zahnprothesen im Ober- und Unterkiefer muss zuerst die Obere und dann die Untere entfernt werden. Anschließend werden die Prothesen unter fließendem Wasser mit einer Zahn- oder Prothesenbürste und etwas flüssiger Handseife gereinigt. Lassen Sie hierzu lauwarmes Wasser in Ihr Waschbecken und reinigen Sie die Prothese dort. Dies verhindert, dass die Prothese beim Fallenlassen im Waschbecken zerbricht. Haushaltsreiniger, Scheuermittel und Essig sind allerdings zu aggressiv und sollten nicht zur Reinigung der Prothese verwendet werden. Auch heißes oder kochendes Wasser sollten Sie nicht verwenden, da sonst feine Haarrisse in der Prothese entstehen können. Da sich das lebende Gewebe (Zahnstellung, Zahnfleisch, Knochenbau) trotz gründlicher Anfertigung der Prothese während der Anfertigungszeit minimal ändert, sind regelmäßige Kontrolltermine zur Überprüfung der Prothese besonders wichtig.

Mögliche Risiken und Komplikationen


  • Wundinfektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Blutungen
  • Verletzungen von Nerven oder Zähnen
  • Prothesenbruch
  • Lockerung der Prothese
  • Narkoserisiken (bei Behandlung unter Vollnarkose)

Arten von Zahnprothesen


Vollprothese

Totale Prothesen oder Vollprothesen werden bei einem zahnlosen Kiefer verwendet. Sie sind vergleichsweise günstig und einfach in der Herstellung. Sie bestehen aus rosafarbenem Kunststoff (PMMA) und Kunststoff- oder Keramikzähnen. Allerdings halten sie sehr schlecht, sodass häufig Haftcreme verwendet werden muss. Die passgenaue Anfertigung ist für diese Prothese besonders wichtig.

Teilprothese

######Kunststoff-Teilprothese###### Die Kunststoff-Teilprothese wird meist als vorübergehender Sofortersatz oder als Übergangsprothese verwendet. Sie ist sie so konstruiert, dass sie durch den Kaudruck in die Schleimhaut gedrückt wird und dadurch sicher festsitzt. Allerdings wird so auf Dauer das Zahnbett zerstört.

Klammer-Prothese

Sind im Kiefer einige Restzähne vorhanden, wird eine Klammer-Prothese eingesetzt. Diese Modellgussprothese besteht aus einer mundbeständigen Nichtedelmetall-Legierung. Diese Prothese wird an den verbleibenden Zähnen mithilfe von Klammern befestigt. Allerdings beschädigt dieses Verfahren auf Dauer die Klammerzähne. Auch die Klammern können sichtbar sein. Vorteilhaft ist der günstige Preis.

Teleskop-Prothese

Ebenfalls die Teleskop-Prothese wird bei Kiefern mit verbleibenden Restzähnen mit größeren Zahnlücken eingesetzt. Diese Prothese besteht aus einer Primärkrone aus Metall (einem kleinen Hütchen auf dem präparierten Zahn) und einer abnehmbaren Sekundärkrone. Die abnehmbare Sekundärkrone wird dadurch fest mit dem natürlichen Zahn verankert und kann zugleich zur Reinigung herausgenommen werden. Metallkronen sorgen dafür, dass die Prothese sicher im Mund sitzt und auch bei weiterem Zahnverlust getragen werden kann. Allerdings wirken die Zähne aufgrund der Doppelkronen größer als natürliche Zähne.

Geschiebe-Prothese

Bei Kiefern mit sehr wenigen Restzähnen wird eine Geschiebe-Prothese eingesetzt. Dazu werden die an der Zahnlücke angrenzenden Zähne mit Kronen überkront. Das Verbindungselement zwischen Krone und Teilprothese ist das Geschiebe. Das Geschiebe ist jeweils an der Krone und der Teilprothese verankert und sorgt so für einen sicheren Halt der Prothese. Allerdings muss diese Prothese im Fall von Zahnverlust teilweise oder ganz erneuert werden.

Steg-Prothese

Fehlen die unteren 4 Schneidezähne wird eine Steg-Prothese eingesetzt. Die Eckzähne erhalten dann Kronen, die mit einem Steg verbunden werden. Die Prothese wird so gefertigt, dass sie beim Einsetzen den Steg umfasst und einrastet.

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