Formen der Fehlsichtigkeit


Bei einem voll funktionsfähigen Auge werden die Lichtstrahlen, die auf den klaren Teil des Auges - die Hornhaut - treffen, im hinteren Teil - auf der Netzhaut - fokussiert. Damit ein Bild entsteht, wandeln Millionen Fotorezeptoren die Lichtsignale in elektrische Impulse um. Diese werden daraufhin über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet und dort zu Bildern verarbeitet. Kann das Licht nicht korrekt auf der Netzhaut fokussiert werden, liegt ein Brechungsfehler vor, der eine Fehlsichtigkeit hervorrufen kann. Die Brechkraft eines gesunden Auges weist bei großer Entfernung 60 bis 65 Dioptrie (dpt) auf. Bei Fehlsichtigkeiten weicht diese Zahl ab.

Hornhautverkrümmung


Eine gesunde Hornhaut hat in allen Radien die gleiche Krümmung, ähnlich einer Kugel. Ist die Hornhaut nicht gleichmäßig gekrümmt, spricht man von Astigmatismus (Stabsichtigkeit). Eine solche ungleiche Krümmung der Hornhaut kann eine Fehlsichtigkeit hervorrufen, da das einfallende Licht aufgrund der unregelmäßigen Krümmung nicht in einem Punkt auf der Netzhaut gebündelt werden kann. Vielmehr konzentriert sich das Licht auf mehrere Punkte und erzeugt dadurch ein verzerrtes oder unscharfes Bild. Dabei geht der Astigmatismus häufig mit anderen Brechungsfehlern des Auges, wie mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit, einher.

Ursachen:

  • Hornhaut ist in den senkrecht zueinander liegenden Radien unterschiedlich gekrümmt
  • angeborene Hornhautverkrümmung
  • erworbene Hornhautverkrümmung (durch Narben oder Krankheit)
  • Hornhauttrübungen
  • Linsenverkrümmung
  • Augenhintergrundverkrümmung

Arten:

  • Krümmung der Hornhaut in der Senkrechten (Astigmatismus)
  • Krümmung der Hornhaut in der Waagerechten (Astigmatismus gegen die Regel)
  • regulärer Astigmatismus (unterschiedlich gekrümmte Ebenen stehen senkrecht zueinander)
  • irregulärer Astigmatismus (die Hornhaut ist an verschiedenen Stellen unterschiedlich stark gebogen)

Behandlung:

Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit


Kurzsichtigkeit (Myopie)

Kurzsichtigkeit äußert sich dadurch, dass die Betroffenen weiter entfernte Objekte unschärfer sehen als Nahegelegene. Die Fehlsichtigkeit resultiert daraus, dass das einfallende Licht so gebrochen wird, dass der Brennpunkt etwas vor der Netzhaut liegt. Dadurch entsteht eine verschwommene Abbildung auf der Netzhautebene, die ebenso unscharf im Gehirn wahrgenommen wird.

Ursachen:

  • der Augapfel ist zu lang (Achsenmyopie)
  • die Länge des Augapfels ist normal; die Brechkraft von Linse, Kammerwasser und Hornhaut im Verhältnis jedoch zu stark (Brechungsmyopie)

Arten:

  • einfache Myopie (Myopia simplex) oder benigne Myopie: Diese erblich bedingte Form der Kurzsichtigkeit beginnt zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr.
  • maligne Myopie (Myopia magna oder Myopia progressiva): Bei dieser Form von Kurzsichtigkeit kommt es zu einer Dehnung des Augapfels. Dadurch werden die Netzhaut und die Aderhaut dünner.

Behandlung:


Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie)

Im Gegensatz zur Kurzsichtigkeit sehen unter Weitsichtigkeit leidende Menschen in der Ferne besser, in der Nähe jedoch verschwommen. Da ein weitsichtiges Auge zu kurz gewachsen ist, kann das einfallende Licht nicht stark genug gebrochen werden. Der Brennpunkt liegt aus diesem Grund etwas hinter der Netzhaut und verursacht diese nicht altersbedingte Fehlsichtigkeit.

Ursachen:

  • zu geringe Brechkraft des Systems „Hornhaut-Glaskörper-Augenlinse“ (Brechungshyperopie)
  • zu kurzer Augapfel (Achsenhyperopie)

Behandlung:

Altersweitsichtigkeit


Die Altersweitsichtigkeit tritt erst mit zunehmendem Alter zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf und ist mit etwa 65 Jahren abgeschlossen. Diese Art der Weitsichtigkeit ist auf das voranschreitende Alter und den damit einhergehenden Elastizitätsverlust der körpereigenen Augenlinse zurückzuführen. Kurzsichtige sind im Alter seltener von einer Presbyopie betroffen, da ihr Augapfel dies ausgleicht.

Ursache:

  • natürliche Alterung der Augenlinse

Behandlung:

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