Zahnersatz


Durch einen Unfall, Karies, Parodontitis oder viele Allgemeinerkrankungen kann es zum Zahnverlust kommen. Fehlen ein oder mehrere Zähne, verändern sich das Zahnfleisch und der Kieferknochen, sodass Betroffenen das Kauen und Sprechen schwer fällt. Auch das ästhetische Bild wird gestört. Daher leiden viele Betroffene unter einer Zahnlücke. Ein gut angepasster Zahnersatz schafft hier Abhilfe. Es wird zwischen festsitzenden, herausnehmbaren und kombiniertem Zahnersatz unterschieden. Die Folgen des Zahnverlusts können durch Zahnimplantate und gezielten Knochenaufbau aufgehalten werden. Da sich der Kieferknochen nach einem Zahnverlust konstant abbaut ist der Knochenaufbau die Basis für den Zahnersatz. Auch die Zahnwurzel bestimmt maßgeblich die Qualität des Zahnersatzes. Daher werden Zahnimplantate als künstliche Zahnwurzeln nach einem Zahnverlust verwendet. Dazu werden sie in zahnlosen Kieferabschnitten im Kieferknochen verankert, um darauf eine Zahnbrücke oder eine Zahnprothese zu fixieren.

Zahnersatz: Die Behandlung auf einen Blick


Der Behandlungsablauf hängt von der Art des Zahnersatzes und den verwendeten Materialien ab. Implantate werden als künstliche Zahnwurzeln im Kieferknochen verankert. Dazu wird unter örtlicher Betäubung ein passgenaues Loch (Implantatlager) in den Knochen gebohrt, das Implantat eingesetzt und vernäht. Danach muss das Implantat in den Knochen einheilen. Der Knochenaufbau setzt direkt am schwindenden Kieferknochen an. Durch Anlagerung oder Verlängerung von Knochenmaterial kann der zerstörte Kieferknochen wiederhergestellt werden. Dazu werden künstliche Knochenzellen oder Knochenmaterial aus dem Beckenkamm oder dem Unterkiefer genutzt.

Zahnersatz: Kosten und Zuschüsse


Zahnersatz Kosten

Behandlung Preise
Knochenmaterial 450,00 € - 4.500,00 €
Knochenanlagerung 200,00 € - 1.400,00 €
Knochenverlängerung 1.500,00 € - 4.000,00 €
Einzelzahnimplantat (Titan) ab 1.400 €/Implantat
Einzelzahnimplantat (Keramik) ab 2.200 €/Implantat

Die Kosten richten sich nach Art und Umfang des Zahnverlustes, dem Ausmaß des Knochendefektes, den angewandten Verfahren und den verwendeten Materialien.

Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen sieht eine Kostenübernahme für den Knochenaufbau oder den Einsatz von Zahnimplantaten nicht vor. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen jedoch in Ausnahmefällen die Kosten des Zahnersatzes. Ausnahmeindikationen sind schwere Kieferkrankheiten wie z.B. Kieferdefekte durch Unfälle oder Krebstumore. In einen solchen Fall zahlen die gesetzlichen Krankenkassen in Abhängigkeit vom Zahndefekt einen Festzuschuss. Beispielsweise kann eine Zahnlücke mit einer Zahnbrücke oder einem Einzel-Zahnimplantat therapiert werden. Der Festzuschuss ist für beide Behandlungen identisch. Lediglich der Eigenanteil unterscheidet sich. Haben Patienten in der Vergangenheit alle Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen und können dies im Bonusheft nachweisen, erhöht die Krankenkasse den Festzuschuss um weitere 20%-30%. Zudem besteht die Möglichkeit einen Härtefallantrag zu stellen, wenn der Patient nachweislich ein zu geringes Einkommen hat und die Bezahlung der Gesundheitsleistung unzumutbar ist. In diesem Fall übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung den doppelten Festzuschuss. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten des Zahnersatzes häufig – manchmal jedoch nicht vollständig. Daher sollten Patienten vor der Behandlung ihre Versicherung kontaktieren. Dasselbe muss bei Zahnzusatzversicherungen beachtet werden. Allerdings gibt es ab dem Jahr 2007 abgeschlossene Zahnzusatzversicherungen, die bis zu 100% der Kosten übernehmen.

Zahnersatz: Vorsorge und Nachsorge


Vor der Behandlung

Bevor die Behandlung beginnen kann, klärt der behandelnde Zahnarzt mit dem Patienten die individuellen Wünsche und Anforderungen ab. Danach untersucht der Arzt den Zahnstatus, die Kieferknochen und die Mundhöhle des Patienten und nimmt eine ausführliche Anamnese vor. Auf Basis dieser Informationen erstellt der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan. Diesen reichen Patienten anschließend bei Ihrer Krankenkasse ein und bekommen Informationen über die Zuschüsse und den zu leistenden Eigenanteil.

Nach der Behandlung

Unmittelbar nach der Behandlung unterstützt das Kühlen mit ausreichend langen kühlfreien Phasen den Heilungsprozess. Der Heilungsprozess nimmt je nach Behandlungsart unterschiedlich viel Zeit in Anspruch. Das Zahnfleisch verheilt innerhalb weniger Tage vollständig. Knochen und Knochenzellen benötigen dagegen mehrere Monate zum Aufbau. Die Einnahme von Schmerzmitteln nach Vorgaben des Arztes und eine gründliche Mundhygiene beeinflussen die Wundheilung ebenso positiv. Auf körperliche Anstrengungen, Rauchen, Alkoholkonsum und Kaffee sollte unmittelbar nach dem Eingriff verzichtet werden. Wichtig für den Behandlungserfolg sind zudem regelmäßige Kontrolltermine beim behandelnden Arzt.

Zahnersatz: Mögliche Risiken & Komplikationen


  • Implantatverlust
  • Abstoßung des Knochenmaterials
  • Infektionen
  • Verletzungen von Schleimhaut und Nerven (sehr selten)

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