Haartransplantation


Nicht jeder Haarverlust ist gleich krankhaft. Der Verlust von bis zu 100 Haaren am Tag gilt als normal. Was darüber hinausgeht, wird als krankhafter Haarausfall (Alopezie) bezeichnet. Etwa 80% der Männer leiden bundesweit unter krankhaftem Haarausfall. Doch Haarverlust ist kein alleiniges Männerproblem. So ist jede dritte Frau ebenso von Haarausfall betroffen. Haarverlust kann dabei sowohl das Körperhaar als auch das Kopfhaar betreffen.

Die Haartransplantation im Überblick


Die Dauer der Haartransplantation richtet sich nach dem Umfang und der Menge der Haartransplantate. Im Schnitt dauert eine Operation 2,5 bis 4 Stunden. Der Patient erhält eine örtliche Betäubung und sitzt während des Eingriffs. Auf ausdrücklichen Wunsch kann die OP aber auch unter Vollnarkose vorgenommen werden. Der Patient kann die Klinik nach dem Eingriff mit einem leichten Druckverband verlassen. Im Falle einer Vollnarkose sollte der Patient allerdings noch einige Zeit in der Klinik bleiben. Wichtig zu wissen: Patienten sollten nicht überrascht sein, wenn die transplantierten Haare in den ersten Tagen nach dem Eingriff ausfallen. Dabei besteht kein Grund zur Sorge: Die Haarwurzeln bleiben erhalten und die Haare wachsen innerhalb von 3 Monaten nach.

Methoden der Haartransplantation


Krankhafter Haarverlust kann durch eine FUE-Haartransplantation, eine FUT-Haartransplantation oder eine Haarpigmentierung behandelt werden.

FUE- Haartransplantation (Follicular Unit Extraction)

Für die FUE-Haartransplantation entnimmt Ihr behandelnder Arzt am betäubten Hinterkopf haartragende Hautpartien, die als Spender der Haarimplantate dienen. Hautpartien mit 4-6 Haaren werden als Minigrafts bezeichnet; Partien mit 1-3 Haaren als Micrografts. Zur Entfernung der Grafts sticht der Arzt mit einer sehr feinen Hohlnadel in die Spenderregion. Anschließend bereitet er die Kahlstellen auf die Transplantation vor, indem er in sehr kleinen Abständen winzige Löcher in die Kopfhaut bohrt, um darin die einzelnen Transplantate (Grafts) zu verpflanzen.

Vorteile:

  • kaum sichtbare, punktförmige Narben
  • zügige Heilung der Entnahmestelle
  • geeignet für junge Patienten
  • Entnahme von Haaren aus anderen Körperregionen möglich

Nachteile:

  • nicht geeignet für Frauen mit langem Haar
  • Rasur des Kopfes als OP-Vorbereitung
  • zeitaufwändig und kostenintensiv

FUT- Haartransplantation (Streifenentnahme)

Bei der Streifenentnahme werden haartragende Hautpartien in Streifen aus dem Hinterkopf entnommen. Die so gewonnenen Hautpartien werden anschließend in akribischer Handarbeit vorbereitet, indem jeder einzelne Haarfollikel präpariert wird. Währenddessen bereitet Ihr Arzt die kahlen Stellen auf die Transplantation vor. Auch bei dieser Methode werden in sehr kleinen Abständen erst Löcher in die Kopfhaut gebohrt, bevor die Transplantate (Grafts) in einem zweiten Schritt darin verpflanzt werden.

Vorteile:

  • geeignet für Frauen und Männer mit langem Haar
  • es muss nur der Streifen rasiert werden
  • höhere Anzahl an Grafts in einer Sitzung
  • schneller und kostengünstiger

Nachteile:

  • lineare Narbe an der Entnahmestelle
  • keine körperliche Anstrengung für 2 Wochen
  • Haarentnahme ausschließlich aus der Kopfhaut möglich

Haarpigmentierung

Eine Haarpigmentierung ist ein Verfahren zur Haarverdichtung. Dabei handelt es sich um eine optische Verbesserung der Haarsituation. Die Haarpigmentierung wird bei Männern und Frauen mit genetisch und hormonell bedingtem Haarausfall oder lichtem Haar angewandt, bei denen eine Haartransplantation nicht durchführbar oder gewünscht ist. Hierzu werden Farbpigmente in Form von feinen Punkten in der Kopfhaut implementiert. Durch die verschiedenartigen Punkte und deren spezielle Anordnung ähnelt das Behandlungsergebnis einer 0,5-mm Rasur und sieht dementsprechend sehr natürlich aus.

Formen des Haarausfalls


Es gibt verschiedene Formen des Haarausfalls, die auf unterschiedliche Art und Weise bestmöglich behandelt werden können. Während Haarausfall nicht immer gleich krankhafter Natur sein muss, lassen sich der hormonell bedingte Haarverlust (androgenetische Alopezie) und auch der kreisrunde Haarverlust (Alopecia areata) nicht ohne eine Behandlung stoppen.


Meist handelt es sich dabei um erblich hormonell bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie). Diese anlagebedingte Form des Haarverlusts entsteht aufgrund einer erblich bedingten Empfindlichkeit der Haarschäfte (Haarfollikel). Diese wird durch ein Enzym ausgelöst, das das männliche Hormon Testosteron in Dihydrotestosteron umwandelt und die Follikel empfindlicher werden lässt. Auf diese Weise werden die Haare im Zeitverlauf feiner und dünner bis sie schließlich ausfallen. Da der weibliche Körper auch eine geringe Menge männlicher Hormone produziert, können Frauen ebenso von dieser Form des Haarausfalls betroffen sein.

Eine weitere krankhafte Form des Haarausfalls ist der kreisrunde Haarverlust (Alopecia areata). Dieser ist auf eine Autoimmunerkrankung zurückzuführen. Hierbei sieht das körpereigene Immunsystem die Kopfbehaarung als einen Fremdkörper an und stößt diesen ab. Eine weitere Ursache vermehrten Haarausfalls sind hormonelle Schwankungen, die durch Stress, Despressionen, Störungen der Schilddrüse, Medikamente oder einen Mangel an Nährstoffen, entstehen können. Diese Form des Haarausfalls ist allerdings temporär und somit nicht als krankhafter Haarverlust anzusehen.

Durch die Schädigung der Haarwurzeln kommt es zum Ausdünnen der Haare auf dem kompletten Kopf. Als Ursachen können Krankheiten, eine falsche Ernährung, Stress, hormonelle Umstellungen und Nebenwirkungen mancher Medikamente genannt werden.

Bei dieser Form des Haarausfalls bildet sich Schleim um die Haarfollikel herum. Dieser löst einen Entzündungsprozess aus und führt zu haarlosen, roten Flecken im Gesicht, im Nacken und auf der Kopfhaut.

Diese Form des Haarausfalls entsteht durch übermäßiges Styling oder starke Hitze.

Haartransplantation: Kosten


Behandlung Preise
Haartransplantation: ab 2.500 € bis ca. 12.000 €
Haarpigmentierung: ab 850 € bis ca. 3.700 €
Beratungsgespräch Kosten: ab 30 € bis ca. 80 €

Vor- und Nachsorge: Haartransplantation


Vor der Haartransplantation

Vor der Operation bestimmt Ihr behandelnder Arzt den Typ des Haarausfalls und wählt die geeignete Implantationsmethode aus. Hierzu zupft der Arzt einzelne Haare heraus und bestimmt die Festigkeit der Haare. Anschließend führt er eine Kopfhautbiopsie durch und entfernt ein 4 Quadratmillimeter großes Stück Kopfhaut. Dieses wird unter dem Mikroskop auf die Struktur und die Anzahl der Haare untersucht. Anschließend wird eine Haar- und Haarwurzelanalyse durchgeführt.

Nach der Haartransplantation

4 Tage nach dem Eingriff entfernt der Facharzt den Druckverband. Wenn sich nach 2-10 Tagen die Kruste gelöst hat, kann sich der Patient die Haare wieder mit einem milden Shampoo waschen. Nach weiteren 8-10 Tagen ist auch das Tragen einer Kopfbedeckung wieder erlaubt. Allerdings sollten Patienten in den ersten 3 Tagen nach der Operation körperliche Arbeit sowie innerhalb der folgenden 2-3 Wochen Sport, Solarienbesuche, Saunagänge und schweißtreibende Tätigkeiten vermeiden.

Risiken einer Haartransplantation


In den ersten zwei Tagen nach dem Eingriff können leichte Schwellungen, geringe Schmerzen und ein Spannungsgefühl auftreten. Extrem selten kommt es zu Infektionen, Blutergüssen oder Nachblutungen.


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